Episode 8 Vorstudie strukturieren

13. Mai 2008 roland

Ein Projekt ist einmalig. Es ist mit gewissen Risiken verbunden und ist, da es einmalig ist, nicht mit einem anderen Projekt direkt vergleichbar.
Das ist eine in allen Lehrbüchern beschriebene Tatsache.
Wenn Projekte einmalig sind, wieso geht man dann immer mehr oder weniger gleich an Projekte heran?
Ganz einfach: Projekte können anhand bestimmter Eigenschaften klassifiziert werden. Und so ist die Herangehensweise natürlich pro Projekttyp sehr ähnlich.
Wenn ich hier jetzt beschreibe, wie die Vorstudie zu strukturieren ist, kann das keine allgemeingültige Beschreibung sein. Es ist eine mögliche Art die Vorstudie zu strukturieren. Wenn man nichts hat, kann man sich hier ein paar Ideen herausfischen. Andere Themengebiete sind nicht relevant oder durch diese Vorstudie nicht abgedeckt. Also: Selber kreativ sein und Hirn einschalten! Nicht alles was Roland sagt stimmt. Normalerweise laber ich sogar ziemlich viel Mist. Das kommt daher, dass es keine einzige Wahrheit gibt. Die Projektmanagementwelt ist bunt und nicht schwarz- weiß.

Thomas befragte in der ersten Woche die Entwickler, Giuseppe, den Familienvater der anderen Firma und einige schwere Jungs. Thomas ist (so wie ich) ein bisschen schwer von Begriff. Aber nach der Woche war ihm klar, dass er sich mit einer kriminellen Vereinigung eingelassen hatte und so schnell da nicht mehr herauskommen wird. Welchen Zweck die Betonschuhe und der Familienteich haben wurde ihm auch klar.
„Was solls, wenn man schon Mist baut, dann wenigstens Spaß dabei!“, sagte er sich.
Da an kündigen nicht zu denken war, entschied Thomas sich das Projekt durchzuführen.
Er erstellte eine Vorlage für eine Vorstudie mit folgenden Kapiteln (zu den Begriffen siehe Glossar Informatik):

Einleitung / Management Summary

Hier wird auf maximal einer Seite beschrieben was mit dem zu erstellenden System erreicht werden soll. Es soll den Auftraggebern eine Zusammenfassung geben, was sie erhalten und die wichtigsten Eckpunkte auflisten.

Systemübersicht

Falls möglich, sollte gleich eine sehr grobe Systemübersicht dargestellt werden.

Anforderungen

Auflistung der Eigenschaften die dieses System haben soll. Die Anforderungen werden in funktionale und nicht-funktionale Anforderungen aufgegliedert.
Hier kann schon mit Usecases gearbeitet werden. Wie die Anforderungen zusammen gesammelt werden ist im Prinzip nicht wichtig. Hauptsache sie sind eindeutig identifizierbar und so vollständig wie möglich. Beispielsweise kann man jeder Anforderung eine Nummer geben. Diese Nummer kann man später wieder verwenden.

Funktionale Anforderungen

Hier wird beschrieben was man mit dem System später machen kann. Zum Beispiel „Anf#82: Verwalten der schweren Jungs“ oder „Anf#98 Auflistung wie viel Schmuggelware abgegeben wurde“
Weiterhin sind funktionale Anforderungen die Beschreibung der Schnittstellen und anzubindenden Systeme.

nicht-funktionale Anforderungen

Wie der Name schon sagt- handelt es sich hier um Anforderungen, die nichts direkt mit der Funktion zu tun haben. Im Prinzip ist es egal ob eine Berechnung 100 Tage benötigt. Wenn nach 100 Tagen das Ergebnis der Berechnung vorliegt, hat die Funktion funktionert. Eventuell sind 100 Tage aber ein bisschen lange um 20+30 zu rechnen ;)

Sicherheitsanforderungen

Welche Personen dürfen auf welche Daten zugreifen?
Wie schützen wir uns vor anderen Familien oder der Steuerbehörde?

Geschwindigkeit

Wie lange darf eine Bearbeitung dauern?

Mengengerüste

Wie viele Mitarbeiter, Daten und Zugriffe sind zu erwarten?

Betreibbarkeit

Welche Service Levels müssen vereinbart werden? Vor allem bei einem System, indem Personen direkt betroffen sind, muss man sich hier besonders viel Gedanken machen.
Wie viel Wartungsfenster sind zu erwarten?
Welche weiteren Kriterien sind hier zu beachten? (Rechenzentrumeigenschaften usw.)

Rechtliche Fragen

Was erlaubt das Gesetz? Im Fall der Familie: was ist erlaubt und was wird geahndet?

Desaster Recovery

Wie schnell müssen welche Funktionen nach einer Katastrophe wieder verfügbar sein?
Welche Vorgaben sind in der Firma vorhanden?

Business Continuity

Wie wird gewährleistet das im Katastrophenfall die Geschäfte weiter getätigt werden können? Von welchen IT-Systemen ist die Firma abhängig?

Wartbarkeit

Gibt es spezielle Anforderungen an die Wartbarkeit der Systeme? Beispielsweise sind die Legacy Systeme weiterhin zu warten. Wie soll das gewährleistet werden?

Erweiterbarkeit

Jedes System muss erweiterbar sein. Wo sind die Grenzen? Woran kann erkannt werden, dass diese Grenzen erreicht werden?

Dokumentation

Welche Dokumentation (Betriebsdokumente, Sourcecode Beschreibung usw.) muss erstellt werden?

Stakeholder

Welche Personengruppen sind im späteren Projekt zu beachten?
Je politischer ein Projekt ist, desto wichtiger ist es zu wissen, wen man alles informieren muss.
Dieser Punkt kommt zwar später wieder in der Projektbeschreibung, doch schadet es nichts, sich schon sehr bald darüber klar zu werden, wer alles betroffen ist.

Abgrenzungen

Was ist nicht Aufgabe dieses Systems? Diese Frage ist sehr wichtig. Ansonsten wird man mit ungeplanten Anforderungen zugeschüttet. Beispielsweise ist das bestehende System deshalb so komplex, da während des Erstellens immer neue Anforderungen hinzugefügt wurden.

Hier kann erkannt werden, dass die Vorstudie unter Umständen schon ein eigenes Projekt ist. Bei großen Systemen wird daher die Vorstudie schon als Evaluationsprojekt durchgeführt.
Egal wie groß ein Projekt ist, ich kann nur empfehlen eine gewissenhafte Vorstudie durchzuführen. Jede Überlegung in diesem Bereich spart euch hinterher das Vielfache an Ärger, Fehlern und Aufwänden!

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Episode 7 Requirements für die Vorstudie

9. Mai 2008 roland

An einem verregneten Morgen kam Giuseppe mit einem Fremden zur Türe herein. Hans, Karl und Orlando waren sofort ziemlich nervös. Nie kam Giuseppe persönlich zu ihnen in die Häckerecke.
„Ich möchte euch über unsere neuesten Familienaktivitäten unterrichten“, begann Giuseppe.
„Wir haben mit einer Familie in einer anderen Stadt funssioniert. Unsere Geschäftsfelder passen optimal zusammen. Die neue Familie hat sich auf die Verteilung von bewusstseinserweiternden Mitteln spezialisiert. Wir sind gut im Geld waschen und zusammen können wir sehr viel Profit für die Familien erwirtschaften. Die andere Familie hat ebenfalls ein Verwaltungssystem und wir müssen unsere Systeme miteinander verschmelzen.“

Orlando war begeistert

„Das ist ja toll! Da können wir sicher voneinander profitieren und neue Integrationsmethoden lernen.“
Hans und Karl standen etwas abseits und ihre Gesichtsfarbe glich der Wand. Sie waren schneeweiß.
Hans stotterte:
„Das bedeutet nicht nur neue Funktionalität sondern eine Erweiterung der Basisfunktionalität. Wir haben kein System erstellt das mandantenfähig oder auf Austausch mit anderen Systemen ausgelegt ist.“
Giuseppe grinste:
„Bevor wir weiter reden möchte ich euch Thomas vorstellen. Thomas ist ein Softwarearchitekt und Projektleiter der im Bereich der Fusionierung von Firmen schon mehrmals wahre Wunder vollbracht hat. Wir haben ihn eingestellt um die beiden Firmen sicher miteinander verbinden zu können. Weiterhin haben wir diverse Expansionspläne erarbeitet. Dem Familienrat ist klar, dass unsere heutigen Verwaltungssysteme uns nicht weiter optimal unterstützen können. Das bedeutet wir werden investieren und ihr braucht euch vorerst keine Sorgen um Betonschuhe und Tauchgänge machen.“
Giuseppe verabschiedete sich und Thomas ließ sich von den Dreien in die bestehende Umgebung einführen.

Eintrag in das Projekttagebuch von Thomas

Wie immer endete der erste Tag mit „das schaff ich nie“ Gedanken. Davon lass ich mich natürlich nicht abschrecken.
Die drei Kollegen sind ziemlich eingeschüchtert und haben Angst. Ich bin neu in der Firma und werde das Problem hoffentlich bald erkennen. Was Giuseppe mit den Betonschuhen und Tauchgängen gemeint hat, verstehe ich noch nicht.

Folgende Punkte habe ich bereits erkannt:

  • Giuseppe scheint ein ziemlich unstrukturierter Auftraggeber zu sein. Seine Ziele sind unklar und müssen genauer analysiert werden.
  • Die Firma befindet sich in einer Fusionierungsphase und das bedeutet einen enormen Change, sowohl bei der Infrastruktur wie auch bei den Mitarbeitern.
  • Die Fähigkeiten der drei Entwickler schätze ich als ausreichend ein. Sie sind Bastler und müssen zuerst an eine vernünftige Vorgehensweise gewöhnt werden.
  • Das Verwaltungssystem ist monolitisch aufgebaut.
  • Es besteht aus Eigenentwicklung ohne offenen Standards
  • Die Strategie und die Pläne der Firma sind nicht klar beschrieben. Hier muss eine umfassende Anforderungsanalyse durchgeführt werden.
  • Projektmanagement-Prozesse und -Vorlagen sind nicht vorhanden

Was hat Thomas an seinem ersten Tag gemacht?

Er hat begonnen sich ein allgemeines Bild der Lage zu machen. Er hat die vorhandenen Rahmenbedingungen abgesteckt.
Am ersten Tag ist es unmöglich schon alles zu überblicken. Er muss sich an das Thema herantasten. Mit seiner Aufzählung hat er weiterhin begonnen eine Schwachstellenanalyse durchzuführen. Die Eckpunkte werden ihm helfen die Vorstudie erstellen zu können.
Das bedeutet, dass man eine Vorstudie erst erstellen kann, wenn man hierfür schon diverse Anforderungen zusammengestellt hat. Diese Aussage klingt logisch, doch einige Kollegen erstellen Vorstudien ohne das tatsächliche Problem zu beschreiben. Vor allem bei Projekten die ähnlich aussehen wie bereits erstellte, verfällt der Projektleiter gerne in den Modus „Hey das kenne ich, das mach ich gleich nochmal!“
Ich kann davon nur abraten. Ein paar Stunden, oder gar Tage, Anforderungen zusammen tragen, spart im Projektverlauf das vielfache an Ärger und Kosten.
Einen Nachteil hat diese Vorgehensweise:
Niemand bekommt hinterher mit, dass sinnvolle Vorarbeit geleistet wurde. Das kann manchmal ziemlich frustrierend sein. Aber so ist das Projektleben. Wenn es gut läuft wird niemand etwas vom Projekt mitbekommen. Dann ist es einfach fertig gestellt worden.

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Wordpress sicherer machen ::: ohne den sonst existierenden admin

9. Mai 2008 ute

Wordpress-Attacken häufen sich insbesondere in den vergangenen Wochen. Anders als sonst oft, sind dieses Mal wohl auch aktuelle Versionen betroffen. Einige empfehlen daher, den von Wordpress grundsätzlich angelegten admin, umzubenennen.

Im Web finden sich Anleitungen auf deutsch und von Wordpress, wie dazu auf die Datenbank zugegriffen werden muss. Klar, auf diesem Weg geht es ganz sicher, andererseits fand ich, ist das nicht gerade anfängertauglich. Für viele ist die Hemmschwelle da zu groß, es zu versuchen.

Einfacher Würg-around (siehe Glossar ) ::: admin löschen

Das Ganze geht auch einfacher: Den Benutzer admin kann man löschen. Halt, Moment, langsam, nicht gleich ausprobieren!

  • Zuerst wie immer: alles absichern. Näheres dazu siehe den Artikel zu sicheren Updates.
  • Neuen Benutzer anlegen, der jeden x-beliebigen Namen haben kann.
  • Diesem Administratorrechte geben
    • ein sicheres Passwort vergeben (sonst lohnt sich der Aufwand mit dem anderen Namen nicht)
  • diesen Benutzer bearbeiten, die sonstigen Einstellungen wie angezeigter Name entsprechend anpassen.
  • Abmelden und ausprobieren ob dieser Benutzer so funktioniert, wie angenommen.
  • Jetzt den admin löschen, nachdem man diesen markiert hat und löschen gewählt hat, kommt eine Abfrage:
  • Wichtig! Die Voreinstellung ist leider: Alle Beiträge und Links löschen. Jetzt nicht löschen wählen!
  • Sondern stattdessen wählen:
  • In diesem Drop-down-Menü werden alle vorhandenen Benutzer angezeigt, jetzt denjenigen wählen, auf den die Beiträge und Links übertragen werden sollen.
  • Im Blog selbst prüfen, ob alles geklappt hat.

Gratulation, jetzt gibt keinen admin mehr, sondern einen Benutzer, der irgendeinen anderen Namen hat. Damit ist das eigene Blog wieder ein Stückchen sicherer.

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Bilder und Grafiken nur mit CSS erstellt

6. Mai 2008 ute

  • Grafik nur mit Cascading StylesheetsEule nur mit CSS
  • Grafik nur mit Cascading StylesheetsHaus nur mit CSS
  • Grafik nur mit Cascading StylesheetsHerz nur mit CSS
  • Grafik nur mit Cascading StylesheetsHomer nur mit CSS

Vieles lässt sich mit CSS machen, zumindest wenn Bilder, Grafiken und Fotos für das Layout eingesetzt werden. Tolle Beispiele bietet der css Zen-Garden auf den ich ja nicht zum ersten Mal hinweise.

Beispielsweise gibt es dort bei den neuen Designs die folgenden beiden: Kyoto Forest und Under the Sea!

Nicht jedes Design im Zen Garden ist in genau dieser Form praxistauglich einsetzbar, jedoch zeigen die vielen verschiedenen Layouts, welche immensen Möglichkeit CSS bietet. Denn nach wie vor gilt für den Zen Garden, dass das HTML bei allen Layouts identisch ist.

In sehr viel kleinerem Umfang haben wir das mit unserem Styleswitcher auf miradlo.info umgesetzt, auch dort ist das HTML identisch, die Layouts jedoch keineswegs. Einen Überblick über die Layouts dort, gibt es im Abschnitt Layoutgalerie in verlinkten Bildern.

Noch beeindruckender finde ich jedoch, Spielereien, die ganz ohne Bilder und Grafiken auskommen und trotzdem ein Bild ergeben, wie die Beispiele, die ich als Screenshots eingebunden habe.

  • Eule nur mit CSS der Autor Román Cortés hat diesen Entwurf bereits vor einigen Jahren erstellt, das Original hat bei mir, wie auf dem Screenshot einen Zeichensatzfehler. Im Code habe ich diesen korrigiert, damit sieht der Code dazu so aus:

<div id=”logo”>
<span style=”left: 40px; top: 22px; font-size: 270px”>`</span>
<span style=”left: 125px; top: 22px; font-size: 270px”>´</span>

<span style=”left: 77px; top: 79px; font-size: 150px”>(</span>
<span style=”left: 198px; top: 79px; font-size: 150px”>)</span>
<span style=”left: 116px; top: 208px; font-size: 91px”>^</span>
<span style=”left: 163px; top: 208px; font-size: 91px”>^</span>
<span style=”left: 156px; top: 144px; font-size: 60px”>V</span>
<span style=”left: 112px; top: 94px; font-size: 80px; color: #A4BF05″>O</span>

<span style=”left: 177px; top: 94px; font-size: 80px; color: #A4BF05″>O</span>
<span style=”left: 134px; top: 119px; font-size: 40px; color: #A4BF05; font-weight: normal”>o</span>
<span style=”left: 199px; top: 119px; font-size: 40px; color: #A4BF05; font-weight: normal”>o</span>
<span style=”left: 301px; top: 145px; font-size: 103px; color: #A4BF05; font-weight: normal”>SIGT.net</span>
<span style=”left: 305px; top: 248px; font-size: 26px; font-weight: normal”>Historias de bloggers con insomnio</span>
</div>

  • Haus nur mit CSS das Haus ist ein ein ganzes Stück mehr Code, daher nicht praktikabel einsetzbar, aber eine klasse Spielerei
  • Herz nur mit CSS, mit diesem Beispiel kann man dank JavaScript selbst ein bisschen rumprobieren, der Text und die Textfarbe lassen sich ändern, ebenso die Qualität des Bilds, je klarer die Linien, desto mehr Code ist nötig.
  • Homer nur mit CSS, den Homer und damit die Idee zu diesem Artikel fand ich bei webstandard.kulando.de der Homer stammt ebenfalls von Román Cortés.

Sehenswert ist auch das Kontaktformular im Blog des Autors. Versucht doch mal es auszufüllen, wenn ihr nicht auf die Briefmarke klickt, wird es nicht abgeschickt.

Ich mag solche Insprirationen, die mir immer wieder zeigen, dass sich trotz mancher Browserfehler, fast jede Idee in CSS umsetzen lässt.

Aktualisiert am 8.5.08

Wer es sich genauer ansehen will, sollte die animierte JavaScript-Version nehmen, die Ned Batchelder erstellt hat, insbesondere in der langsamen Animation, sieht man sehr schön, wie Homer entstand. Román Cortés war ebenfalls fasziniert davon. Bei Perun gabs den Link auf die Animation, daher diese Aktualisierung.

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Webentwicklerinnen/ Webentwickler und Webdesignerinnen/ Webdesigner 2008

1. Mai 2008 ute

Im Artikel zur Umfrage der Webkrauts habe ich auf die Umfrage hingewiesen, inzwischen sind die Ergebnisse online. Eine Zusammenfassung gibts auf der Seite der Webkrauts, die ausführlichen Ergebnisse auf Michael Jendryschiks Seiten, die auch schon die Umfrage selbst beherbergten.

Teilgenommen haben 2803 Webworker, die sich selbst meist eher als Webentwickler oder Webdesigner bezeichnen. Wenn wir gefragt werden, was miradlo vor allem macht, dann lautet unsere Antwort bezogen darauf:

miradlo befasst sich vor allem mit Webapplikationen und dem Erstellen von Webseiten. Unsere weiteren Tätigkeiten sind in diesem Fall nicht relevant. Als Tätigkeitsbezeichnung sagen wir, so wie die Mehrheit, dass wir Webdesigner und Webentwickler sind. Teilbereiche wie z.B. Softwarearchitektur, Usability und Grafikdesign erwähnen wir in diesem Zusammenhang nicht explizit.

Sicherlich liegen die guten Werte, dass sich rund dreiviertel der Webentwickler um das Einhalten von Webstandards bemühen auch daran, dass die Umfrage im Bereich derjenigen, die sich für Webstandards interessieren stärker beworben wurde. Denn schaut man sich sonst im Web um, müssten daraus folgend ja rund dreiviertel der Webauftritte standardkonform sein. Leider konnte ich keine Statistik finden, wieviele deutschsprachige Internetauftritte sich an die Webstandars halten. Ich befürchte jedoch es sind bisher kaum mehr als ein Drittel.

Webentwicklerinnen und Webdesignerinnen

Laut den persönlichen Angaben liegt der Frauenanteil mit 270 “Webworkerinnen” (den Begriff nutzt Michael Jendryschik) von 2803 Teilnehmern insgesamt bei 9,63% also unter 10%. Die Webkrauts vergleichen diesen Anteil mit dem in Informatikstudiengängen. Aus meiner Erfahrung kann ich das nicht bestätigen, ich habe häufig morgens gehört: “Guten Morgen meine Herren, guten Morgen Frau Hauth“. Manchmal gab es zwei Frauen in einem Semester mit rund fünfzig Studierenden, insgesamt waren es im Bereich der technischen Informatik eher noch deutlich kleinere Anteile als 10%. Insofern finde ich es schon erfreulich, dass in der Webentwicklung immerhin schon fast jede zehnte eine Frau ist.

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Fish & Chips Incident-Process

29. April 2008 roland

Ein anderer Titel für diesen Blog ist: „How to get a cup of coffee for free, learn about Incident management and understand the need for a security concept.
Doch dieser Titel ist etwas lange…
Ich war mal wieder „dienstlich“ in England unterwegs. Eigentlich sollte ich für meine Firma herausfinden, was man dort alles besser machen kann. Nun zumindest für das Leben habe ich etwas gelernt.
Trotz, oder wegen, meines Übergewichts kann ich nicht darauf verzichten Fish & Chips zu kaufen. Natürlich mit Salt and Vinegar.
Also, ich gehe in den nächsten Futterladen und finde vier Frauen und einen Mann vor.
Die Personen möchte ich mit Fischfrau 1, Fischfrau 2, Fischfrau 3, Cheffischfrau und John den Fischgriller bezeichnen. Mich selbst nenne ich Kunde 1.
Fischfrau 1: “Hello”
Kunde 1: “Hello, one fish and chips please.”
Fischfrau 1: “John, one fish and chips please!”
John stürzt sich an die Fritiermaschine und der Fisch wird generiert.
Fischfrau 1: “3,50 please.”
Kunde reicht eine zwanzig-Pfund-Note.
Fischfrau 1 benutzt die Registrierkasse und liefert 6,50 Pfund zurück. Außerdem schließt sie die Kasse.
Kunde 1 wundert sich und erwähnt, dass er gerne noch zehn Pfund change mehr hätte. Immerhin bedeuten zehn Pfund später ungefähr drei Biere, die Kunde 1 benötigt um diesen Blog formulieren zu können.

Juchu! Wir haben einen Incident!

Fischfrau 1 erkennt, dass sie einen Fehler gemacht hat. Sie ruft nach der Cheffischfrau. Das klappt aber nicht, da Fischfrau 2 besorgt heranstürmt und sich die Sachlage erklären lässt.
Das Problem lässt sich schnell und einfach eingrenzen. Kunde hat zwanzig Pfund gegeben und nur für zehn Pfund Ware und Geld erhalten.
Die beiden haben eine erste Lösung erarbeitet. Fischfrau 2 fragt den Kunden 1, ob er wirklich zwanzig Pfund gegeben hat. Dieser beantwortet die Frage mit „yes“.
Beide Fischfrauen rufen nach der Cheffischfrau und erklären dem Kunden „I am sorry“.
Ein weiterer Kunde kommt vorbei und fragt wie lange der Fischladen heute offen hat. Fischfrau 2 sagt ihm, dass bis um halb zehn offen ist.
Es wird ein weiteres „I am sorry“ dem Kunden 1 entgegen geschmettert. Dieser denkt sich noch nichts dabei, da John den Fisch fertig gebraten hat und in den Fischzwischenspeicher überführt hat.
Die gesamte Aufmerksamkeit des Jägers (Kunden 1) ist nun auf den Fisch gerichtet. Eventuell kann via Telepathie der Fisch herüberwachsen?
Cheffischfrau erscheint und erkennt, dass die Kasse geöffnet werden muss.
Cheffischfrau: „John, I need the key!“
John liefert den Schlüssel an Fischfrau 3, die sich an Fischfrau 1, Fischfrau 2 und Cheffischfrau vorbeizwängt um die Kasse zu öffnen.
Cheffischfrau generiert eine Abrechnung der Kasse. Hierzu wird der Saldo über alle vorhandenen Tagestransaktionen ausgedruckt.
Fischfrau 1 steht nebenan und ist vollkommen von Scham und Schande eingewickelt. Sie kann außer ‘„I am sorry“ sagen‘ nichts mehr tun.
Cheffischfrau fängt an, vor allen Gästen die Münzen, die sich in der Kasse befinden, zu zählen.
Die weiteren Kunden bezahlen ohne change zu benötigen. Dreimal klappt das auch und Fischfrau 2 und 3 können die Lage unter Kontrolle halten. Beim Kunden 4 geht das schief. Er benötigt Wechselgeld. Der Betrieb muss eingestellt werden. Eine Schlange williger Fischkäufer bildet sich. Fischfrau 1 kann kaum noch atmen, generiert jedoch in regelmäßigen Abständen ein „I am sorry“.
Kunde 1 beteuert, dass so etwas ja mal passieren kann. Die weiteren Kunden sehen das vermutlich anders und beginnen den Kunden 1 als alleinigen Schuldigen zu deklarieren.
Cheffischrau ist mit dem Zählen der Münzen durch und macht sich an die Scheine.
Kunde 1 beginnt Strategien zu erarbeiten.

  • Geld zurück geben lassen?
  • 10 Pfund abgeben und auf drei Biere verzichten? (kaum vorstellbar)
  • Weiter lächeln oder doch den deutschen Proll auspacken?
  • Einfach gehen und zwanzig Pfund abschreiben? (sicher nicht, bin Schwabe)
  • Kontrolle, ob er tatsächlich 20 Pfund übergeben hat oder ob der Fehler doch bei ihm liegt. (klingt verlockend und wird als Zwischenlösung angesehen.)

Cheffischfrau hat fertig gezählt. Alle vier Frauen und John ziehen sich nach hinten zurück und beraten die Lage. Kunde 1 hört ein paar sehr beunruhigende Worte: „I can’t pay him 10 pound back!
Nach weiterer Kontrolle kommt Cheffischfrau wieder nach vorne.
„You gave us 20 pound?“
Kunde 1 bejaht.
Sie zeigt die Kassenabrechnung und ihr Zählergebnis.
Die Zählung ergab, dass sich 978,50 Pfund in der Kasse befinden.
Die Abrechnung behauptet, dass nur 968,50 Pfund vorhanden sein sollen.
Es könnte also durchaus sein, dass der Kunde 1, zehn Pfund zu wenig Wechselgeld erhalten hat. Die Entscheidung ist getroffen worden, der Kunde 1 erhält zehn weitere Pfund zurück.
Fischfrau 3 fragt Kunden ob er ein “Coffee” aufs Haus haben will. Dieser bejaht.
Fischfrau 2 verpackt den Fisch und fragt nach salt & vinegar.
Fischfrau 1 japst ein letztes „I am sorry“.
Kunde 1 wird mit seinem Fisch, Geld und Kaffee entlassen und verschwindet. Der Incident-Fall wird abgeschlossen.

Ergebnis des Incidents:

Mindestens vier Gäste sind verschwunden und entschieden sich für Diät oder einen anderen Fischladen.
Der Incident verursachte 15 Minuten Stillstand im Laden. Weiterhin mussten Löhne für 5*15 Minuten bezahlt werden was somit 75 Minuten Arbeitszeit ausmacht.
Ein Kaffee (Kosten ca. 50 Pence) musste mitgegeben werden.
Für die 15 Minuten musste die Arbeit eingestellt werden und dennoch Raummiete, Strom usw. bezahlt werden.

Folgende Behauptung wird aufgestellt:

Wenn die 10 Pfund sofort zurückgegeben worden wären, wären die Kosten geringer gewesen.
Faszinierend finde ich allerdings, dass sich Cheffischfrau nicht verzählt hat. :-)

Jetzt kommt aber der Hammer!
Stellt euch vor ich wäre ein Krimineller.

  • Ich weiß, wann der Fischladen zugemacht wird (halb zehn)
  • Ich weiß, dass mindestens 968,50.- Pfund in der Kasse vorhanden sind.
  • Ich komme um halb zehn mit meinem Freund Revolver vorbei und erhalte nicht nur einen Kaffee umsonst sondern auch noch 968,50 Pfund.

Daraus folgt, dass der Verlust sich um mindestens 968,50 Pfund erhöht.
Der Incident Prozess führt zu sehr hohen Verlusten.
Es wird den Verbrechern direkt mitgeteilt was an einem Freitag ungefähr in der Kasse ist.
=> Die Gefahr dass die Räuber am Freitag öfters vorbei kommen wird erhöht.
Gegenmaßnahmen:

  • Zählen von Geld immer ohne direkten Blickkontakt der Kunden
  • Security Konzept ist notwendig und führt zu einem sichereren Betrieb.
  • Keine 1000 Pfund in der Kasse deponieren. Ab- und zu mal Geld entfernen und an einem sicheren Ort lagern.
  • Fünf Personen sind für den Fischladen gleichzeitig zu viel. Man kann z.B. mit drei Personen den Laden laufen lassen und die Ladenöffnungszeiten mit gleichem Personal verlängern. Die treten sich dann nicht auf den Füßen herum und haben alle ein bisschen was zu tun.
  • Die Mehreinnahmen können zu mehr Lohn für die Mitarbeiter führen.
  • Mehr Spaß an der Arbeit, da sie nicht mehr so langweilig ist.

Ich werde jetzt auf alle Fälle meinen Job kündigen und mich als Fischladen-Optimierer durchschlagen. ;)

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Barcamp Bodensee - Web-Konferenz im Mai 2008 in Friedrichshafen

24. April 2008 ute

Beim Barcamp Bodensee gibt es vor allem für Studierende und Teilnehmer aus anderen Ländern als Deutschland noch Plätze. Anmelden kann man sich im Wiki des Barcamps. Das Barcamp findet vom 31. Mai bis 1. Juni 2008 in Friedrichshafen statt. Für Studenten insbesondere aus der Region bietet das Barcamp eine tolle Möglichkeit sich in lockerer Atmosphäre weiterzubilden.

Aus unserer Sicht kann es kaum ein näher gelegenes Barcamp geben, daher freuen wir, Roland und ich uns darauf erstmals teilzunehmen. Aus den Anregungen, welche Themen interessant wären, hat Roland sich entschlossen die Anregung “Softwarentwicklung in verteilten Teams - Tools, Vorgehensweisen” aufzugreifen und dieses Thema anzubieten. Wenn es so interessant wird, wie es klingt, dann wird es sicherlich nicht das letzte Barcamp, an dem jemand von miradlo teilnimmt.

Ausschnitt aus der offiziellen Ankündigung

Wie sehen Konferenzen von Leuten aus, für die Weblogs und Wikis - wie Wikipedia - Alltag sind? Sie heißen „Barcamps“, und ihr Programm wird von den Teilnehmern komplett selbst bestimmt und getragen. Ein solches Barcamp wird von 31. Mai bis 1. Juni 2008 in Friedrichshafen stattfinden. Gastgeber ist die Zeppelin Universität (ZU). Gerechnet wird mit bis zu zweihundert Teilnehmenden.

„Friedrichshafen ist ein idealer Standort für ein Barcamp”, betont der ehrenamtliche Organisator Oliver Gassner, der im Hauptberuf Kommunikationsberater ist, „ein Universitätsstandort mit Flughafen, kurzen Wegen zum deutschsprachigen Ausland und mitten in einer Technologieregion”. Die Veranstalter hoffen vor allem auf internationales Publikum und auf Zustrom aus den Schulen und Hochschulen des Umlandes und der Anrainerstaaten. (…) Ein Eintritt übrigens fällt bei Barcamps nicht an. (…)

Die Barcamp-Idee entstand vor zweieinhalb Jahren in den USA. Weitere Informationen zum Barcamp Bodensee unter http://barcampbodensee.mixxt.eu

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