Danke im Unternehmensumfeld
24. November 2007 ute
Kai-Jürgen Lietz ruft zum Business-Blog-Karneval zum Thema Danke auf, er fragt: “Was kann man über Dankbarkeit schreiben?”
Bei Dankbarkeit bekomme ich zunächst eine Gänsehaut, es erinnert mich eher an religiös, esoterisch als an Unternehmensspezifisches. Auch mit “Danke” als Wort, als “Danke sagen” habe ich erst einmal Mühe. Doch beim Lesen der Beiträge (denn irgendwie reizte mich das Thema schon) kamen noch andere Aspekte. Mit denen fühle ich mich wohler.
Nein, ich habe kein Problem auf eine Bitte wie “gibst du mir mal…” auch mal eben “danke” zu sagen, aber dass ist mehr gute Erziehung als ein echtes Bedürfnis. Bereits wenn ich ein Geschenk bekomme, dann ist das “Danke” für mich schon nicht mehr so einfach. Das kurze direkte “danke” klappt schon automatisch, aber was mache ich mit dem Gefühl mehr als dieses selbstverständliche “Danke” sagen zu wollen? Einfach so “danke” sage ich ja bereits nur für eine Handreichung. Für ein Geschenk über das ich mich gefreut habe, für eine Situation mit etwas Besonderem reicht es mir nicht.
Die gute Kinderstube erfordert in vielen Situationen ein knappes “Danke” am Rande. Jedoch wirkt diese Form sich zu bedanken leicht nach Standardphrase und abgedroschen. Bevor es in Fällen, in denen ich deutlich “danke” sagen möchte, abgedroschen wirkt, lasse ich es lieber weg. Für die Situationen, die mehr als ein kurzes, selbstverständliches “Danke” erfordern, versuche ich bewusst in ein, zwei Sätzen deutlich zu machen, dass etwas gut war.
Nicht nur in solchen Momenten, sondern auch sonst bemühe ich mich, wirklich ich zu sagen und explizit zu erwähnen, dass
- ich etwas gut fand
- ich mich über etwas gefreut habe
- etwas für mich nicht selbstverständlich war
- ich genieße mich auf jemand verlassen zu können
- …
Ähnlich handhabe ich es im Umgang mit Lob. Es muss nicht überschäumend ausgeprägt sein, es soll auch zu mir passen, zu meiner Sprache, meinem Umgang mit anderen. Wichtig ist mir, bei allem was ich sage, nicht nur ich zu sagen, sondern auch tatsächlich ich zu sein.
Gelingt es mir, bei mir zu bleiben, dann bekomme ich mit, wenn etwas gut ist, wenn es etwas geschieht, was eine Form von “Danke” erfordert. Meist sage ich nicht direkt “danke”, aber ich bin sicher:
ein kurzes Innehalten, möglichst mit persönlichem Blickkontakt und ein Satz wie “das hat super geklappt”, zeigt dem Gegenüber deutlich was ich ausdrücken will.
Unterm Strich bin ich überzeugt, dass die Form, wie man sich bedankt, so individuell ist, wie die Menschen selbst. Die Form ist auch nicht das was zählt, wichtig ist, dass es beim Gegenüber ankommt, dass es die individuelle Form eines Dankeschöns ist.
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Der Beitrag wurde am Samstag, den 24. November 2007 um 08:24 Uhr veröffentlicht und wurde unter krimskrams abgelegt.
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3 Reaktionen zu “Danke im Unternehmensumfeld”
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Excellence-Blog (Kai-Jürgen Lietz)
Am 24. November 2007 um 09:10 Uhr
Ein interessanter Beitrag! Du hast natürlich recht, an dem Wörtchen “Danke” hängt es nicht, vielmehr kommt es auf die Absicht dahinter an.
Insbesondere wenn andere uns unter ihre Danke-Dusche stellen, kann das manipulativ wirken.
ich sehe Dank als Kulturfähigkeit. Sie ermöglicht es, sich zu revanchieren, wenn es eigentlich nicht möglich ist, weil man vielleicht nicht das hat oder geben kann, was der andere brauchen würde.
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Excellence-Blog » Blog Archive » Und noch mehr "Danke"-Beiträge
Am 24. November 2007 um 14:34 Uhr
[…] Mirado bloggt über die Frage, wie indivduell darf ein Danke sein. […]
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ute
Am 27. November 2007 um 01:06 Uhr
Ja, ich habe auch nochmal über das “Danke” gerade als Management-Aufgabe nachgedacht und über die Revanche. Damit passt es für mich gut, es nicht an dem Wort als solchem festzumachen, denn revanchieren kann ich mich durchaus mit jeder anderen Reaktion; die das Gegenüber freut und zeigt, dass ich wahrgenommen habe, dass zuvor etwas Besonderes war.
Dankeschön für die stets aktuelle Liste der neuen Beiträge, die ich hier nochmal verlinke:
http://www.unternehmer-excellence.com/Excellence-Blog/die-teilnehmer-am-business-blog-karneval/
Ich habe noch eine Bitte:
“miradlo” ist ein Eigenname, der aus dem Spanischen kommt und übersetzt werden kann mit “schau es dir an” “schätze es”, “genieße es”… (”mirar” das Verb, “mirad” der Imperativ, “lo” das, was, es; im Spanischen werden diese Begriffe verbunden zu: miradlo)Im Spanischen ist es zwar korrekt, “miradlo” am Satzanfang groß zu schreiben, als Namen für unser Unternehmen wird “miradlo” jedoch passend zum Logo (siehe Seitenleiste) klein geschrieben.