Welche Prozesse müssen wirklich umgesetzt werden? ::: Managementprozesse
29. Juli 2008 roland
Wir haben vor kurzem wieder mal ein Projekt gestartet und wie immer kam die Frage auf, ob wir wirklich alle Prozesse durchführen müssen.
Die Fragen waren:
- Müssen wir ein proaktives Risikomanagement aufbauen?
- Braucht es ein Changemanagement?
- Ist ein Costtracking wirklich notwendig?
- Wieso brauchen wir ein Stakeholder-Management?
- Wer macht denn heute noch Support-Prozesse oder Incident-Management um Projekte an den Betrieb zu übergeben?
Wie immer gab es im Team mehrere Bestrebungen. Die Einen wollten am liebsten alle Prozesse aufsetzen und im Papierstapel ertrinken. Die Anderen wollten am liebsten gar nichts machen und einfach schnell mal das Projekt fertig stellen.
Tja, da war also unser Dilemma.
Entweder wahnsinnig viel schreiben, viele Protokolle erstellen, viele Dokumente unterschreiben und weiter leiten, oder schnell und schlank durchs Projekt schreiten und beim ersten politischen Rülpser unter die Räder kommen.
Wir saßen also zusammen und stellten unsere Anforderungen zusammen. Wir wussten, dass dieses Projekt politisch nicht leicht werden wird. Es ist ziemlich dick und wir müssen viele Mitarbeiter an verschiedenen Standorten koordinieren. Das schreit nach viel Prozess, Planung und Koordination. Aber wie immer haben wir nicht viele Mitarbeiter, die uns beim Planen und Koordinieren helfen können. Das kostet Geld und ist für die Auftraggeber ziemlich nervig. Stellt euch vor ihr zahlt für den Umbau eurer Wohnung 10.000€ und davon für die Projektleitung 7.000€. Das würde euch sicher gefallen oder? Wie etwa nicht?
Und da hat einer von unseren altgedienten Projektleitern eine super Aussage gemacht:
- Du kannst jeden Prozess weglassen.
- Du kannst in deinem Projekt auf alles verzichten.
- Mit jedem Prozess den du weglässt erhöht sich lediglich dass Risiko.
Und so haben wir uns auf ein hoffentlich vernünftiges Maß der eingesetzten Prozesse geeinigt. Wir lassen diverse Prozesse weg, oder behandeln sie etwas stiefmütterlich. Andere Prozesse, die wir wegen der Eigenheiten des Projektes als wichtig ansehen, setzen wir komplett um. Den Rest machen wir mit unserem Bauchgefühl. Denn wie schon Tom DeMarco sagte, das wichtigste Organ des Projektleiters ist der Bauch.
Also dann auf ins Projekt und vertraut hier und da eurem Bauch! Ich für meinen Teil kann da auf einen relativ dicken Teil meines Körpers vertrauen
Viel Spaß beim Leiten!
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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 29. Juli 2008 um 00:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter projekte, software abgelegt.
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