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Wikipedia als Version zum Hören ::: Pediaphon : Tipp für Webautoren

29. Dezember 2007 ute

Markus stellt in seinem Artikel Pediaphon liest Wikipedia-Artikel vor die Möglichkeit vor, sich Wikipediaartikel vorlesen zu lassen. Grundsätzlich finde ich die Idee prima, auch wenn ich persönlich, meist lieber lese als höre.

Was mir beim Ausprobieren auffiel:

  • mir persönlich gefällt die Stimme nicht
  • Wikipedia scheint bei Links zwischen Groß- und Kleinschreibung zu unterscheiden
  • Pediaphon ist eine einfache Möglichkeit mal auszuprobieren, wie es ist eine Webseite vorgelesen zu bekommen

Webseiten vorlesen lassen

Noch immer werden leider viele Webseiten nicht so gestaltet, dass sie auch für Menschen, die sich eine Seite vorlesen lassen, gut zu benutzen sind. Häufig wird als Argument genannt, dass es ja nur wenige, interessierte Blinde gäbe, die die Seite nutzen wollen. Dieses Argument überzeugte schon nicht, falls man nicht auch in anderen Bereichen des Lebens der Meinung ist, dass etwas nur für manche Menschen nutzbar sein soll. Wer es gut findet, dass inzwischen häufiger darauf geachtet wird zumindest öffentliche Einrichtungen, möglichst für alle zugänglich zu gestalten, der kann es beim Thema Webdesign nicht anders sehen.

Mit der Entwicklung, immer mehr Inhalte im Web nicht nur in Text- oder Bildform darzustellen, wird manchen Menschen die Teilnahme am Web erst ermöglicht. Denn es gibt nicht nur Blinde, deren Krankenkasse zumindest einen Teil der Kosten für Screenreader übernimmt. Es gibt darüberhinaus Menschen mit Leseschwäche, es gibt Menschen, die zwar nicht blind sind, aber schlecht sehen. Manche Inhalte können für Kinder sinnvoll sein, die noch nicht oder noch nicht so gut lesen können… Anderen liegt die Wissensaufnahme übers Hören einfach mehr, als die über die Augen. Es gibt viele Gründe warum Webseiten nicht nur auf einem Weg erreichbar sein sollten.

Probleme beim Vorlesen lassen

Ich wollte mittels des Pediaphons einen Link zu Wikipedia ausprobieren, bei dem ich auch den Inhalt schon gelesen habe. (Aktuelles zum Pediaphon gibts im Blog des Entwicklers.) Da ich erst vor kurzem in meinem “Plauderblog” utele.eu über die Humbolei schrieb, wofür ich mir den Artikel über Schule als Staat nochmal durchgelesen habe, probierte ich genau das. Wie immer wenn ich etwas in ein Suchfeld eingebe, tippte ich nur in Kleinschreibung “schule als staat” ein. Bei der Recherche störte mich die damit erscheinende Seite nicht; denn das Ergebnis Nummer 1 zeigte die von mir gesuchte Seite.

Aktualisiert Juli: Inzwischen wird der Begriff so direkt gefunden, es kommt also nicht zuerst noch eine Suchergebnisseite, zur Zeit klappt es mit der Abkürzung SAS, aber auch das kann sich wieder ändern. Probiert es einfach mit einem Begriff, der nicht sofort als Artikel erscheint, sondern euch erst noch eine Ergebnisliste bringt, dann wisst ihr was ich meine.

Probiert Pediaphon selbst mit anderen Begriffen aus, ich habe jetzt die Beispiele von Pediaphon runtergeladen und hierher gelegt, da Begriffe dort nur einige Zeit gespeichert werden. Möglicherweise bekommt ihr ein anderes Ergebnis, wenn ihr dieselben Begriffe nehmt. In diesem Fall geht es mir jedoch nicht um die Begriffe, sondern darum deutlich zu machen, welch ein Unterschied es ist, ob man als Lesender auf eine Suchergebnisseite trifft, oder ob man sie sich vorlesen lassen muss.

Ohne darüber nachzudenken nutzte ich Pediaphon genauso. Ich gab also “sas” ein, die daraus generierte MP3-Datei ist meines Erachtens ziemlich anstrengend. Ich glaube nicht, dass jemand da länger zuhören möchte. An keiner Stelle wird klar, ob es vielleicht später noch sinnvolleren Inhalt gibt oder ob es eine ungeeignete Seite ist.

In diesem Fall wusste ich, dass die eigentlich von mir gesuchte Seite auf der, in Hörversion unbrauchbaren, Seite verlinkt ist. Sicherlich im Moment ist das Pediaphon noch nicht optimal und wird wohl nicht von so vielen Besuchern genutzt werden, aber je besser solche Möglichkeiten werden, desto häufiger werden sie verwendet werden.

Mein Tipp an alle, die noch nicht sehr häufig einen Eindruck von der Hörversion von Webseiten hatten, hört mal rein in die beiden Versionen und macht euch ein eigenes Bild.

Hörversion für Webdesigner

Für alle, die Webseiten erstellen und nicht sowieso schon testen, was aus einer Seite wird, wenn sie vorgelesen wird, ist der oben schon erwähnte Vergleich ein erster Schritt:

Welche Schwierigkeiten auftreten, wenn man nicht alles genau so nutzen kann, wie es sich die Designer dachten, wird meines Erachtens bereits mit diesem kleinen Vergleich deutlich.

Einmal mehr wünsche ich mir, dass es bald nicht mehr überwiegend schlechte Webauftritte gibt, weil die Designer keine Rücksicht auf standardkonforme und zumindest barrierearme Webseiten nehmen.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 29. Dezember 2007 um 06:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter tipps, web abgelegt.

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