Skip to content

Schau mal kurz auf die Internetseite... Kurzanalyse einer Website

...immer mal wieder fragt mich jemand auch aus dem privaten Umfeld: "Kannst du dir mal kurz die Homepage von xy anschauen." Klar kann ich. Manchmal entsteht aus so etwas ein Angebot, zuweilen ein Auftrag, immer jedoch interessiert es mich, wenn es um diese Frage geht. Inzwischen habe ich mich auch schon fast daran gewöhnt, dass für Laien eine Homepage noch immer das Ganze ist und nicht nur die Startseite der Domain. ;-) Manchmal wie heute abend genügt schon die kurze Beschreibung eines Laien, damit mir klar wird, was ich da erwarten kann. Heute hatte ich nach dieser Beschreibung mit einer Frameseite gerechnet, die schlecht wartbar ist. Ganz so schlimm ist es gar nicht.

Validatorergebnis

Ich fange immer mit dem Validator an: Result: 94 Errors, 76 warning(s) Das geht noch und spricht dafür, dass das dahinterliegende CMS (Content Managemant System) an sich auch mit validen Seiten könnte, wenn es nicht mit unzähligem Unsinn gefüllt wäre...

Quelltext

Mein zweiter Blick geht zum Quelltext, um einen ersten Eindruck zu haben, wie die Seiten erstellt wurden. Das genaue System offenbart sich nicht auf den ersten Blick durch einen Kommentar im Quellcode, aber auf Anhieb war klar: es liegt ein CMS hinter der Seite. Das Layout ist zwar mit Tabellen und einer wilden Mischung aus CSS innerhalb der Seite umgesetzt; aber das allein gibt es auf tausenden anderen Seiten auch. Schlimm in diesem Fall ist vor allem die fehlende Kompetenz der Nutzer des Systems, denn das CMS an sich käme auch mit was anderem als völlig veralteten font-Tags klar. Wer heute im Web noch Texte und Links unterstrichen formatiert, hat wohl was ganz grundsätzliches nicht verstanden.

Navigation

Eine - nach Navigation auf der linken Seite aussehende Liste - hat zwar verschiedene Namen, die Links führen jedoch alle auf ein und dieselbe Seite außerhalb des ursprünglichen Webauftritts. Dass das keine echte Liste ist, sondern eine Tabelle mit Bildern auf denen der Text ebenfalls Teil des Bildes ist, muss ich wohl nicht erwähnen. Spannend ist, dass alle Bilder in Originalgröße eingebunden werden und erst vom Browser verkleinert werden. Die Buttons sind in achtfach größerer Version als nötig eingebunden. Bilder mit fast 1MB werden runterskaliert auf 120 px Breite, klickt man auf das kleine Bild kommt man nicht zum großen Bild, sondern es wird ungefragt ein PDF runtergeladen, welches auch noch den falschen Text im Titel führt. Tja, dass man Links auch an die Optik einer Seite anpassen kann, hat sich wohl noch nicht herumgesprochen, denn was nicht bebilderte immer identische Links sind, das sind die Standardlinks, die ein Browser so anbietet, blau und unterstrichen. Je nach Hintergrundfarbe ist das ja ganz nett, auf blauem Hintergrund erhöhen winzig kleine Links (lange Texte passen sonst wohl nicht in die Navi) die Lesbarkeit kaum.

Struktur und webgerechte Texte

Die Webseiten sind für das Unternehmen verteilt auf verschiedene Domains, das Layout ändert sich je nach Domain manchmal vollständig. Der ein oder andere Grundgedanke ist schon nett, aber so unklar umgesetzt, dass Besucher keine Chance haben zu verstehen, was die Seiten sollen und wo sich was finden lässt. Selbst webgerechtes Texten ist noch ein weites Feld, ich bin noch lange nicht so anspruchsvoll, wie professionelle Texter, aber so ein bisschen in verständlicher Sprache, wäre schon schön. Aber Konstrukte in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen, wie "x verstanden, y innoviert, z systematisiert, w entwickelt und irgendwas noch integriert, organisiert und vermarktet" mögen ja tolle Begriffe enthalten nur verstehen kann das niemand.

Optik insgesamt und Pflichtangaben

Wie erwähnt irgendwann hat jemand mal ein Layout entworfen, zumindest damit begonnen. Das war jedoch lange bevor unzählige Inhalte in verschiedenen Schriftgrößen und Schriftfarben eingestellt wurden. Nein, schon nicht bunt, aber eben den Farbton des Texts doch nie so ganz genau nochmal getroffen. Wichtiges wird häufig unterstrichen, manchmal fett hervorgehoben, aber auch hier ist keine Struktur erkennbar. Impressum ist vorhanden, vielleicht nicht gerade optimal, aber das Wichtigste steht drin. Da Hinweise zur Anfahrt völlig fehlen, ist zumindest keine veraltete selbst eingescannte Landkarte drin.

Optimiert für Suchmaschinen?

Natürlich muss man da unterscheiden, ein örtlicher Handwerker muss nicht die Nummer 1 seines Berufsstands deutschlandweit sein. Jedoch mit Beruf und Ort sollte er gefunden werden. Mit dem eigenen Firmennamen und dem Ort, kann alles andere als ein erster Platz nicht sein. Für deutschlandweite Ergebnisse muss meines Erachtens ein Profi ran, der nichts anderes tut und auch dementsprechend bezahlt wird. Ich meine jedoch die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung sollten von jedem, der Webseiten für ein Unternehmen ins Netz stellt soweit beachtet werden, dass das Minimum erreicht wird. Liegt jedoch ein Unternehmen mit dem Firmennamen und dem Ort noch hinter irgendeinem Standardwebverzeichnis, dann ist irgendwas gänzlich schief gegangen.

Fazit einer Kurzanalyse

Je nach Website und Anfrage fasse ich eine solche Analyse etwas zusammen, verpacke sie noch ein bisschen freundlicher und gebe sie dann weiter. Soll eine solche Analyse bereits für ein Angebot die Grundlage bereiten, dann schaue ich natürlich noch etwas genauer. Denn als Angebotsgrundlage muss ich ja auch den Umfang kennen, um den Aufwand und somit den Preis abschätzen zu können. Am Ende einer Analyse überlege ich, was auf alle Fälle geändert werden sollte, schaue wo das Problem liegt und überlege je nach Umfang welche Schritte es erst nach und nach geben könnte. In diesem Fall ist das Hauptproblem ein äußerst merkwürdiges CMS, welches schon nicht optimal erstellt wurde, aber gut verkauft wird. Laut Werbung ist alles ganz einfach und klar. Entweder es ist doch nicht so einfach und klar, oder die Schulung der Mitarbeiter wurde vergessen oder beides. Solche Fragen zu beantworten ist nur im Gespräch mit dem Verantwortlichen zu klären.

Zeitaufwand für eine Kurzanalyse?

Wenn ich, wie dieses Mal, noch nebenbei darüber blogge und noch das ein oder andere recherchiere, wie:
  • wem gehört die Domain
  • wo ist sie gehostet
  • wer hat die Seite erstellt oder welches System ist die Basis des Ganzen
dann dauert eine solche Kurzanalyse eine Stunde bei einem Seitenumfang von rund fünfzig, auf mehrere Domains verteilten Seiten. Ist eine solche Analyse nur dazu gedacht jemand ein kurze mündliche Rückmeldung zu geben, dann lässt sich das in zwanzig Minuten machen. Für eine schriftliche Kurzanalyse in für Laien verständlicher Form wird es wohl etwa eine dreiviertel Stunde sein. Ausführlichere Analysen dauern länger und es kommt auch hier auf den Umfang der bestehenden Seiten an. Meine Empfehlungen sind immer ehrlich, aber etwas schöner verpackt, als hier beschrieben. In der Analyse die sich an Laien richtet, erkläre ich auch noch mehr, nutze Screenshots, um etwas zu verdeutlichen, lasse tiefgehender Technisches auch schon mal weg... Hier habe ich jetzt etwas Vorwissen vorausgesetzt und einen Screenshot kann ich nicht liefern, da das Unternehmensseite ist, die ich jetzt nicht hier nennen werde. ;-)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
BBCode-Formatierung erlaubt
Gravatar, Twitter, Favatar Autoren-Bilder werden unterstützt.
tweetbackcheck