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Themen und Nachlese Frauen-Barcamp Zürich

Wie schon berichtet war ich ja am Samstag beim ersten schweizer Frauenbarcamp in Zürich. Nach dem Rundum im ersten Artikel, kommen dieses Mal die Themen auch diese wieder aus meiner rein subjektiven Sicht. ;-)

Themen beim Frauen-Barcamp

Die ein oder andere kannte Barcamps, manche war bereits beim ersten deutschen Frauen-Barcamp. Viele nahmen jedoch erstmals an einem Barcamp teil. Im Vorfeld gab es zwar einige Themenvorschläge, jedoch war den wenigsten klar, dass ein Vorschlag üblicherweise bedeutet, dass man durch die Session führt. Es gab deutlich mehr Themenideen als unterzubringen waren. Daher war die Sessionplanung anders als üblich, sie wurde demokratisch zusammengefasst und einiges gestrichen. Ich hatte im Vorfeld nur wenig Zeit, daher hatte ich Linux oder Webstandards angeboten, weil ich wusste, da kann ich auch ohne weitere Vorbereitung jederzeit eine Session halten. Nachdem die Themen gestrichen wurde, dachte ich schon, ich hätte einen Tag nur als Teilnehmerin, aber das klappte dann doch nicht.

Web 2.0

Da gabs das Thema Web 2.0, welches viele Interessierte hatte, das jedoch keine übernehmen wollte, also moderierte ich das Thema. Klar gibt es fürs Web 2.0 ausführliche Erklärungen, teils ausführliche Definitionen, Streitigkeiten was genau jetzt dazu gehört und was nicht. Manch philosophische Diskussion bezieht sich auf die schon lange vorhandenen, jedoch erst jetzt genutzten Technologien. Die einen meinen das Usenet beweise, dass es schon immer auch den Austausch an Informationen gab, andere sehen erst das Web 2.0 als den ersten Schritt zur Interaktion. Ich bin Liebhaberin von einfachen Erklärungen, ich abstrahiere gern soweit, dass sich etwas griffig erklären lässt. Die genauen und tiefgreifenden Definitionen und dazugehörigen Philosophien überlasse ich anderen. Wer da Genaueres wissen will findet bei Wikipedia unter Web 2.0 einen guten Einstieg sich tief ins Thema einzuarbeiten. Mein Ziel bei solchen Buzzwords ist es zunächst die Angst zu nehmen und zu zeigen, dass es gar nichts Besonderes oder gar Hochkompliziertes ist: "Im Web 1.0 gab es statische HTML-Seiten von einigen wenigen, die die Technik beherrschten oder sich jemand leisten konnten, der das für sie übernahm. Im Web 2.0 gibt es Interaktion zwischen den Erstellern von Inhalten und den Besuchern, außerdem kann inzwischen nahezu jeder aus jedem Fachgebiet Inhalte bereitstellen, weil dafür kein technisches Vorwissen mehr nötig ist. Zum Web 2.0 gehören unter anderem Blogs, Foren, Wikis, Portale und soziale Netzwerke." Mit solch einer Erklärung wird fast allen die sie hören klar, dass sie eigene Erfahrungen mit Web 2.0 haben und plötzlich ist das kein beängstigender Begriff mehr, sondern etwas ganz Alltägliches über das man sich austauschen kann. Sarah von Dig a Ding stellte ihre Plattform vor, in der Menschen zueinander Kontakt aufnehmen können, die dieselben Marken und Produkte mögen.

Mobile Web und mobile Applikationen

Fast jede in der Runde war zumindest fasziniert von und interessiert an den Möglichkeiten der mobilen Applikationen. Sowohl da wo sie bereits genutzt werden, als auch beim Blick in die Zukunft. Ein Problempunkt war hier das Thema Kosten in der Schweiz für alles rundums mobile Telefon. Im europäischen Vergleich scheint die Schweiz wohl noch sehr teuer zu sein und in mancher Hinsicht daher auch kaum an mobile Applikationen gewöhnt, selbst wenn es sie gibt. Eine erzählte von den eher irritierten Blicken des Zugpersonals, wenn sie ihre mobil erstandene Fahrkarte im Mobile vorweise. Traurig waren die Berichte wie schlecht realisiert das ein oder andere bestehende mobile Angebot von Webseiten sei. Beispielsweise habe spiegel.de eine mobile Version, die jedoch erst nachgeladen würde nachdem die vollständige normale Webseite inklusive aller Bilder geladen wurde. :-( Bei meinem kurzen Test gabs einfach eine Weiterleitung von der mobilen Adresse auf die nicht mobile-geeignete normale Seite. Angeboten wird, sich ein Lesezeichen für die mobile Version aufs Handy zu laden, nicht erwähnt wird jedoch, dass das ausschließlich mit deutschen Handynummern klappt. Da gibt es wohl noch vieles zu verbessern...

Usability

Wie schon erwähnt das Thema wollte keine verpassen, weshalb daraus eine Session mit allen gemeinsam entstand, die außerdem eher eine Doppelsession war. Das fand ich eine spannende Entwicklung nachdem sich ja niemand für Webstandards interessiert hatte, die die Grundlage der Usability im Web bedeuten. Es ging quer durch den "Gemüsegarten" der Usability. Angesprochen wurden schlecht bedienbare Webseiten, ebenso wie ein speziell im Händlerbereich sehr durchdachter und einfach nutzbarer Shop oder die bereits ausgezeichnete CMS-Seite cmsbox.com. Auch Barrierefreiheit war ein Thema, ebenso wie durch Marktführer entstehende Quasi-Standards wie der von Amazon für Shops.  Wenn solch ein Anbieter etwas ändert, dann dauert es nicht lang, bis sich das auch bei anderen Anbietern durchsetzt. Seit einiger Zeit verzichtet Amazon wohl auf den Link zur Startseite und beschränkt sich darauf das Logo zu verlinken, seither wird das von der Mehrheit der überarbeiteten Websites ebenso gehandhabt. Meine doch schon länger dauernde Auseinandersetzung mit Webstandards und Themen wie Usability und Barrierefreiheit lag über dem Durchschnittswissen der Anwesenden, so dass ich mich auch hier rege beteiligte, und manches ergänzen konnte. Ein Linktipp auch zur Usability war die Seite zum Buch website-boosting.de. Für manche in diesem Artikel genutzte Begriffe gibts Erläuterungen im Web-Glossar

IT und Emotionen

Auch hier wäre es fast zu einer weiteren Gemeinschaftssession gekommen, doch da sonst das Thema SEM hätte ausfallen müssen, blieb es bei einer geteilten Version. Begonnen wurde mit der Frage, warum so viele Frauen, die beruflich einen Webauftritt haben sollten, große Bedenken haben im Netz öffentlich aufzutreten. Auffällig ist das, selbst bei Frauen, die sich selbst im Netz bewegen, jedoch nicht das technische Wissen zur Umsetzung einer Website haben. Jedoch selbst die anwesenden Frauen hatten teils Bedenken, und bewegen sich im Netz häufig lieber unter einem Pseudonym, als unter ihrem Namen. Insgesamt kam die Diskussion auf, welchen Ruf im Netz jemand hat, bzw. inwieweit der von der Einzelnen beeinflussbar ist. Einfluss dabei hat natürlich auch der eigene Name, "Eva Müller" muss sich kaum Sorgen machen, da gibt es so viele, da würde kaum jemand etwas genau dieser Eva Müller zuordnen können. Schwieriger wird es jedoch, wenn es den eigenen Namen z.B. zweimal gibt. Die jeweils andere Person nimmt damit Einfluss auf den eigenen Ruf, da Außenstehende das beim flüchtigen Blick auf Ergebnisse kaum unterscheiden können. Ich meine jede/r muss für sich entscheiden, wie sie oder er im Netz auftritt. Eine Variante ist, sich nur dort im Netz zu bewegen, wo man mit Pseudonymen durchkommt und zu hoffen, dass niemand mutwillig dem eigenen Ruf schaden will. Manche sagte, sie bewege sich unter ihrem Namen solange es um rein fachliche Themen gehe, alles was sie privat mache, laufe unter einem Nickname.
Meine Philosophie
Wenn jemand ein hässliches Klassenbild von mir veröffentlicht und "Ute ist doof" dazu schreibt, dann glauben das je nach Bild, alle, die das sehen. ;-) Findet man mittels Suchmaschine nur diesen oder ein, zwei weitere Einträge, dann kann das meinem Ruf deutlich schaden. Da ich jedoch fast immer und überall mit meinem Namen auftrete, gibt es aktuell 1100 Ergebnisse:
  • ein paar sind von einer Frau, die genauso heißt, sich jedoch mit EDV-Schulungen im Officebereich beschäftigt
  • ein paar Ergebnisse enthalten vielleicht "Ute ist doof" oder etwas ähnliches
  • über 90% sind jedoch Ergebnisse von mir, das heißt, da steht was ich geschrieben habe
Damit ist der größte Teil meines Rufs im Netz, das was ich selbst veröffentlicht habe, also das worauf ich Einfluss habe. So kann ich mehr Einfluss nehmen als jeder Anbieter, der nachträglich meinen Ruf wieder zu retten verspricht.

Trackbacks

Online-Reputation und der gläserne Deutsche  uteles Blog  am :

"" vollständig lesen
[...] Diskussion zur Online Reputation kommt ja glücklicherweise immer häufiger auf, z.B. auch beim Frauenbarcamp in [...]

Kommentare

Dieter am :

Dieter Dann will ich mal als Mann, der noch nie an einem Barcamp teilgenommen hat und erst recht nicht an dem Frauen-Barcamp hätte teilnehmen dürfen, zum Ruf im Web etwas sagen:
Ich kann es gut verstehen, dass Frauen überwiegend mit Pseudonym im Netz auftreten. Dafür gibt es neben der Sorge um den Ruf bestimmt oft auch noch weitere individuelle Gründe. Grundsätzlich vergisst das Web nichts, was einmal dort veröffentlicht wurde (siehe bspw. waybackmachine.org). Außerdem besteht nun mal die Gefahr, dass es durch Namensgleichheit zu Verwechselungen kommen kann. Außerdem kann Frau nicht verhindern, dass dann Dritte eventuell etwas mit Namensnennung über einen schreiben.

Gleichwohl bevorzuge ich auch die Variante, mein virtuelles Erscheinungsbild durch Veröffentlichungen im Web mit meinem realen Namen selber zu beeinflussen.

ute am :

ute Zitat Dieter ^:
Dann will ich mal als Mann, der noch nie an einem Barcamp teilgenommen hat und erst recht nicht an dem Frauen-Barcamp hätte teilnehmen dürfen
Na, dann erstmal dazu: Barcamps machen Spaß, wenn man die eher lockere Atmosphäre mag und lieber mal ein, zwei Tage irgendwo in Sessions verbringt, als in Eigenregie am Rechner.
Nein, am Frauenbarcamp hättest du nicht kommen dürfen, am Ausklang des Abends jedoch schon.
Zitat Dieter ^:
, zum Ruf im Web etwas sagen:
Ich kann es gut verstehen, dass Frauen überwiegend mit Pseudonym im Netz auftreten. Dafür gibt es neben der Sorge um den Ruf bestimmt oft auch noch weitere individuelle Gründe.

Klar, ich denke auch, dass es jede für sich entscheiden muss.
Zitat Dieter ^:
, Grundsätzlich vergisst das Web nichts, was einmal dort veröffentlicht wurde (siehe bspw. waybackmachine.org).
Das ist korrekt und sicherlich noch gewöhnungsbedürftig für viele. Im Prinzip gibt es zwar auch Zeitungsarchive, aber an die kommt doch nicht jeder so leicht, wie an Infomationen im Web.
Zitat Dieter ^:
, Außerdem besteht nun mal die Gefahr, dass es durch Namensgleichheit zu Verwechselungen kommen kann. Außerdem kann Frau nicht verhindern, dass dann Dritte eventuell etwas mit Namensnennung über einen schreiben.

Wie gesagt beim Namen ist es sehr unterschiedlich. Hab grad erst gesehen, dass mein Beispiel mit "Eva Müller" schlecht war, "Susanne Mayer" ist besser. (Eva 7 Resultate, Susanne 17.000)

Bei ungewöhnlicheren Namen, bei denen man vermutet, es gäbe die Person nur einmal, es gibt sie aber doch zwei- oder dreimal, da kann es sehr leicht zu Verwechslungen kommen.

Verhindern, dass über einen mit Namensnennung geschrieben wird, kann man meines Erachtens sowieso nicht. Leider versuchen manche Dienste den Eindruck zu erwecken, dass es nur eine Frage des Preises ist, um alle Ergebnisse wieder zu entfernen, was so natürlich nicht stimmt.
Zitat Dieter ^:

Gleichwohl bevorzuge ich auch die Variante, mein virtuelles Erscheinungsbild durch Veröffentlichungen im Web mit meinem realen Namen selber zu beeinflussen.
So geht es mir eben auch, und ich bin auch überzeugt, dass das der bestmögliche Schutz gegen merkwürdige Ergebnisse im Web ist.

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