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Erwartungen und Umgang mit Open-Source-Software in Unternehmen

In den ersten Teilen ging es um die Studie als solche, sowie um Zufriedenheit mit der Open-Source-Software und der Rolle, die sie in Unternehmen spielt. Bei den folgenden Punkten geht es um die Frage, was erhoffen sich die Anwender im Unternehmen von OSS, wo gibt es Schwierigkeiten. Die Ergebnisse der Nutzung des externen Supports werden ebenfalls beleuchtet.
  • Was versprechen sich Unternehmensanwender von Open Source? Wo erleben sie Probleme?

    • Kosten sparen ist der meistgenannte Grund für den Einsatz, gefolgt von offenen Standards und Herstellerunabhängigkeit
    • Gründe für den Einsatz sind außerdem Plattformunabhängigkeit und die Tatsache, dass OSS in manchen Bereichen Standard ist (da schlägt sicherlich z.B. der Apache als Webserver zu Buche)
    • Motive für den Einsatz sind vor allem:
      • Freiheit (insbesondere Zugang zu offenen Standards und Herstellerunabhängigkeit)
      • offene Quellen (insbesondere Zugriff auf Quelltexte, Anpassbarkeit)
      • Qualität (insbesondere die Leistungsfähigkeit, sowie die hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit)
      • Pragmatismus (insbesondere die einfache Möglichkeit etwas erst einmal testen zu können, die Bekanntheit großer Open-Source-Lösungen und das interne Know-how zu bestimmten Lösungen)
    • Je länger und intensiver OSS eingesetzt wird, desto wichtiger werden Gründe, wie die technische Qualität. Trotzdem nennen rund 90% er erfahrenen Anwender das Sparen von Lizenzkosten, jedoch nur 76% der Einsteiger als Beweggrund  für den Einsatz von Open-Source-Software.
    • Hindernisse für den Einsatz sind vor allem die Integration bestehender Software. Dies trifft noch stärker auf große Unternehmen zu, da hier die Komplexität der eingesetzten Software steigt.
    • Ein weiteres Hindernis ist für einige der Mangel an qualifiziertem Personal, auch hier wieder vor allem in den größeren Unternehmen.
    • Manche nennen noch fehlende oder fehlerhafte Funktionen, als ein zumindest zuweilen auftretendes Problem.
    • Wobei schlussendlich 10% der Teilnehmer keine Hindernisse wählten.
Zehn Prozent sehen keine Hindernisse, keine Schwierigkeiten mit Open-Source-Software, andere überlegen vorm Einsatz was für und was gegen OSS spricht. Die Motive für den Einsatz haben sicher auch mit den Erfahrungen mit lizensierter Software zu tun. Wenn Software teuer ist, sind Probleme und Schwierigkeiten deutlich störend als wenn sie nichts oder weniger kostet. Erstaunt hat mich, dass die Zahl derer die Lizenzkosten als einen Grund für den Einsatz einsetzen steigt mit längerer Nutzung. Ich hatte eher erwartet, dass Neueinsteiger überwiegend die Kosten sehen, gegenüber anderen Gründen, wie der Herstellerunabhängigkeit, der Anpassbarkeit und ähnlichem. Für mich kommen alle Gründe zusammen, ich kann nicht direkt einen deutlich hervorheben. Wichtiger als die Lizenzkosten sind mir jedoch alle weiteren Gründe. Wenn eine Software gut ist, stört es mich nicht so sehr dafür auch zu bezahlen. Im Vergleich der Software, die ich einsetze stehen jedoch der Preis einer Lizenzsoftware und ihre möglichen Vorzüge in keinem akzeptablen Verhältnis. Beim Gespräch in unserem Unternehmen war die Sichtweise ähnlich, interessant ist frei wählen und ausprobieren zu können. Wenn ein Programm nicht bietet, was man sich erhofft probiert man ein anderes. Auch Linux selbst ist ja genau so offen, es gibt eine Vielfalt an Distributionen und ein Wechsel ist recht leicht möglich. Ebenso gilt das für die grafische Oberfläche, ob man KDE, Gnome oder eine der anderen GUIs bevorzugt ist Geschmackssache und kann auch recht einfach geändert werden. Bei lizensierter Software sind solche, schnellen und einfachen Wechsel kaum möglich, hat man doch jedesmal dafür bezahlt. Sehr angenehm ist die Geschwindigkeit bei Open-Source-Software, neue Möglichkeiten und Ideen werden viel schneller umgesetzt und sind verfügbar. Die Anpassbarkeit einzelner Anwendungen ist heute nicht mehr ganz so wichtig, wie noch vor einigen Jahren, da es fast immer Alternativen gibt, die genau das bieten, was der einen Anwendung vielleicht fehlt. Trotzdem erschrecke ich mich immer wieder bei lizensierter Software, wie wenig da meist angepasst werden kann.
  • Inwieweit wird externer Support in Anspruch genommen?

    • Zusammengefasst wird sehr wenig externer Support genutzt, nur 35% gaben an, sich externe Unterstützung zu holen.
    • Diejenigen, die externen Support nutzen sind zu 90% zufrieden oder sehr zufrieden mit diesem.
    • Je größer das Unternehmen, desto häufiger wird auf externen Support zurückgegriffen.
Für uns ist der externe Support ebenfalls kein Thema, wir passen unsere Software selbst an, aktualisieren diese selbst und mal abgesehen von Recherchen im Netz oder direkten Anfragen bei einem Pluginautor, nutzen wir zur Zeit keinen externen Support. Ich denke das liegt aber auch an der Unternehmensgröße, denn je mehr Software genutzt wird und je komplexer die Infrastruktur der eingesetzten Software ist, desto spezialisierter muss das Wissen der Betreuenden sein. Da lohnt es dann doch oft auf einen Fachmann zurückzugreifen, welcher schneller eine Lösung für den jeweiligen Wunsch oder das bestehende Problem findet. Im vorläufig letzten Teil dieser Serie geht es um die genutzte Software, welche Open-Source-Software  in welchem Maß eingesetzt wird.

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