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Interaktive Webseiten und deren Probleme

Früher war alles einfach und langweilig. Wenn zum Beispiel Daten für die Erfassung einer Person eingegeben werden mussten, haben wir eine Form erstellt, in diese Form haben wir Namen-, Vornamen- und Adresseingabefelder reingefummelt und einen Submit-Button angezeigt. Der geplagte Anwender hat die Daten in die Felder eingegeben, das Ganze mit Submit bestätigt und auf die Fehlermeldungen vom Server gewartet.

Was ist daran falsch?

Aus Sicht des Programmierers war alles super. Wir hatten es einfach und der Datenfluss war 100% unter Kontrolle. Die Kommunikationsmuster können wir uns noch sehr gut vorstellen. Der Anwender ist mit dem Programmfluss geschaltet und er muss seine Arbeitsweise an das Programm anpassen.

Wie bitte? Der Anwender muss sich anpassen?

Hm... Da ist glaube ich das Problem. Der Businessprozess sieht unter Umständen überhaupt nicht vor, dass der Anwender auf die Antwort vom Server warten soll. Vielleicht will der Anwender gleich mit dem Bearbeiten von Kundeninformationen, wie Lieblingsfarbe und Lieblingsauto weiter machen. Und er möchte gar nicht auf den Server warten. Viel schlimmer noch. Der Anwender wird genötigt zu warten und wird aus seinen Gedankengängen herausgeworfen. Und das ist nun wirklich schlecht.

Rettung naht mit AJAX usw.

Jaja, wir kennen das. Dann bauen wir halt was Modernes ein und kommunizieren asynchron. Wir lassen den Anwender weiter machen und alles ist prima. Aber jetzt kommt unser Problem der neuen Welt.

Wie informieren wir unseren Anwender?

  • AJAX in rot und blau
Wir überlassen also die Korrektur und Testerei der eingegebenen Daten unserem asynchronen Prozess. Der macht das prima und unser Anwender tippt fröhlich weiter. Mitten in der Eingabe der Lieblingsfarbe poppt aber eine Fehlermeldung auf die da sagt: "Bitte geben Sie einen Namen ein". Und der Anwender wird aus seinem Businessprozess und seinen Gedanken herausgeschleudert. Na schön, da er sowieso direkt zum Namen zurückgeführt wird (der Fokus ist wieder auf dem Namensfeld) gibt er den Namen halt ein. Blöd ist nur, dass er mittlerweile aber auch noch eine falsche Farbe eingegeben hat, da die Applikation ihn ja aus seiner Farbeingabe herausgerissen hat. Also kaum ist er mit dem Namen fertig, oder er tippt noch am Namen rum, poppt schon wieder eine Fehlermeldung auf: "Bitte geben Sie eine korrekte Farbe ein". Oha! Wir haben hier wohl was falsch programmiert gelle? Klar, solche Probleme muss man schon irgendwie anders lösen. Aber bevor man an eine hoch interaktive Webseite herangeht, sollte man sich darüber im Klaren sein.

War's das schon?

Nein, es gibt noch tollere Probleme. Stellt euch vor wir sitzen in einer größeren Firma, oder wir arbeiten sogar an verschiedenen Standorten (was im Web ja gewünscht ist) und zwei Editoren arbeiten zur Zeit am gleichen Datensatz. Der Eine will die Lieblingsfarbe der Person ändern, da eine E-Mail vorliegt ,in der der Kunde sagt, dass seine Lieblingsfarbe rot sei, und gleichzeitig ruft der Kunde einen zweiten Mitarbeiter an und sagt, seine Lieblingsfarbe sei doch blau. Beide Mitarbeiter tippen also an der Farbe herum. Und was geschieht nun? Der Mitarbeiter mit der roten Farbe editiert einen veralteten Datensatz. Da er ein wenig länger braucht, wird zuerst die blaue Farbe der Telefonanfrage abgespeichert und dann die rote Farbe. Beide Editoren sehen unter Umständen nicht, dass der andere Editor auch auf dem Datensatz sitzt. Also wird die Eingabe noch komplexer.

Wie kann dass gehen?

Tja, während ein Editor die Farbe der E-Mail bearbeitet, muss der Datensatz für Veränderung gesperrt werden. Auch in einer wunderbaren AJAX-Superdupper-Anwendung. Der zweite Editor, muss z.B. die Möglichkeit haben den ersten Editor zu informieren, dass neue Informationen vorliegen. Oder es muss eine Prioritätendefinition vorhanden sein. Telefonbesprechungen müssen vor E-Mail Besprechungen gesetzt werden. Oder es muss beschrieben werden, wer wann was wieso gemacht hat. Weiterhin wäre es doch toll, wenn der Editor, der die E-Mail bearbeitet hat, über die Änderung informiert würde. Das könnte so ablaufen, dass gerade geänderte Werte ihm noch einmal vorgelegt werden. Beispielsweise, falls innerhalb der nächsten zehn Minuten ein Wert von einer anderen Person geändert wurde, wird dieser Wert nochmals zur Überprüfung angezeigt.

Fazit

Sobald wir eine tolle, blinkende, asynchrone Eingabemöglichkeit für unsere Benutzer erstellen, begeben wir uns auf gefährliches Gebiet. Die Nebenläufigkeiten von asynchronen Eingaben sind extrem komplex und müssen im Einzelfall genau analysiert werden. Interaktive und an den Geschäftsprozess angepasste Webapplikationen sind klasse. Aber die Schwierigkeiten und Gefahren sind ungleich höher als bei einer Einwegkommunikation. Natürlich können dort auch solche Gefahren lauern, der Prozess ist jedoch einfacher zu verwalten.

Webdesign Trends 2008 Blogparade

...wieder bei der Blogparade gefunden: Webdesign Trends 2008 bei Der Korsti bloggt (er hatte Umstellungsschwierigkeiten mit seinem Blog und war einige Zeit nicht online, inzwischen jedoch unter neuer Adresse wieder erreichbar). Fragestellung ist, welche Trends wird es wohl 2008 geben. Die Idee ein bisschen in die Glaskugel zu schauen, gefällt mir... Meines Erachtens geht der Trend weiter in Richtung eher neutraler Designs. Insbesondere Unternehmensseiten bevorzugen ein klares Design angepasst ans jeweils eigene Logo, meist mit wenig Experimenten. Einerseits ist das ein Vorteil, denn inzwischen sind viele Webseiten sehr sehr ähnlich aufgebaut, das hilft insbesondere weniger geübten Anwendern sich zurecht zu finden. Andererseits ist es ein bisschen schade, denn wenn man sich die vielfältigen Möglichkeiten ansieht, die es beispielsweise im Zen Garden gibt, dann wäre mehr möglich. Auf miradlo.info haben wir ja auch einige Spielereien mit Designs, ich persönlich mag z.B. Schattenstadt sehr gern, allerdings ist auch das kein Design, was ich als Standarddesign auf einer Webseite empfehlen würde. Neutraler und im Bereich dessen was auch noch empfehlenswert ist, wäre z.B. das Design miradlo Stadt.

Farben

Gefragt war: Flippig, schlicht oder verrückt betont? Ich denke es wird weiterhin noch mehr in Richtung eher neutraler, schlichter Farben gehen. Meist mit einem weißen oder fast weißen Inhaltsbereich, rundum ein bisschen Spielerei in den Logofarben bei Unternehmensseiten und in den persönlich bevorzugten Farben bei Privatseiten. Auch wenn es aus Designersicht schade ist, weil viele Webauftritte sich immer ähnlicher werden. So gibt es andererseits gute Gründe für diese Entwicklung. Ein eher heller Inhaltsbereich mit dunklen Schriftfarben ist für die Mehrzahl der Besucher am Besten lesbar. Berücksichtigt man auch Blogs, so gilt das meines Erachtens noch mehr, da hier noch häufiger vor allem gelesen wird, es geht kaum um das Design. Neutrale Farben haben den Vorzug, dass wiederum viele Besucher sie als angenehm empfinden, damit geht man kein Risiko ein.

Technik

zu: Weg von den Blogs, hin zur Standard-Website? AJAX, CSS, größere Beachtung von Webstandards, Barrierefreiheit? Ich hoffe und befürchte, dass es in zwei Richtungen gehen wird. Einerseits fürchte ich wird der Anteil an reinen Flash-Seiten noch steigen, weil diese den Designer viel mehr Möglichkeiten bieten, z.B. indem sie verschiedene Schriften einbetten können. Auf der anderen Seite, hoffe ich, steigt der Anteil an barrierearmen Seiten, da diese für staatliche Stellen bei Neuerstellungen verpflichtend sind. Einige große Unternehmen haben in dieser Hinsicht bereits nachgezogen und haben Webauftritte, die standardkonform und mit möglichst wenig Barrieren realisiert sind. Weiterführendes dazu z.B. in den Artikeln der Webkrauts, die sich auch immer wieder neue Webauftritte vornehmen und diesbezüglich begutachten, wie zuletzt den der Postbank. Lesenswert ist auch der Überblick inwieweit die Bundesligavereine sich an Webstandards halten. Meist bin ich sonst eher auf standardkonformen Seiten unterwegs, durch den Überblick angeregt, schaute ich mal einige Vereinsseiten an, ich fand es teilweise erschreckend, was es so im Netz gibt. Ansonsten glaube ich werden die Blogs nicht verschwinden, sondern noch mehr werden. Ich halte es auch für sinnvoll, denn meines Erachtens sollten unterschiedliche Ziele auch mit den jeweils passenden Techniken umgesetzt werden. Eine Webseite mit sich nur selten ändernden Unternehmensinformationen sollte daher nicht als Blog angelegt sein, sondern je nach Umfang und Änderungshäufigkeit entweder statisch oder mit dynamischen Anteilen, per CMS oder mit kleineren Newsfunktionen. Blogs dagegen sind klasse für aktuelle häufig nur kurzfristige interessante Inhalte. Hinweise auf aktuelle Programmversionen, Tipps zu gerade aktuellen Softwareversionen, Termine, Ankündigungen und ähnliches, das sind Inhalte, die sofort leicht und schnell veröffentlicht werden sollten, die aber auch nach und nach in den Tiefen von Archiven wieder untergehen dürfen. In diesem Zusammenhang interessant sind auch noch Wikis, die prädestiniert sind für Inhalte die das Wissen verschiedener Autoren zusammenfassen, größtes Beispiel natürlich Wikipedia, kleiner aber gerade im Softwareumfeld immer häufiger sinnvoll eingesetzt, sind die speziellen Wikis, wie z.B. das Gentoo-Wiki. (Bei miradlo entwickeln wir auf Gentoo Linux).

Layoutvariationen

Die Frage war: Flüssiges, festes, elastisches Layout Setzt sich eine der Methoden durch? Wo seht ihr die Zukunft? Feste Layouts haben immer die gleich Größe unabhängig davon welche Auflösung, Fenster- oder Schriftgröße gewählt wird. Elastische Layouts verändern sich abhängig von der gewählten Schriftgröße. Flüssige Layouts ändern sich je nach gewählter Auflösung und Fenstergröße. Ich befürchte, dass die festen Layouts auch weiterhin sehr beliebt sind. Mich persönlich stört das häufig, da ich mit 1680*970 im Vollbildmodus surfe und viele Seiten eher wie ein Klecks im leeren Raum wirken. Klar, wenn die Seitenbreite nicht begrenzt wird, dann wähle ich bei manchen Seiten auch lieber eine kleinere Fenstergröße, denn "ewig" lange Zeilen sind nur mit Mühe lesbar. Meine Lieblingsversion sind eher die flüssigen Layouts wie hier auf dem Blog, die zwar in 800*600 alles anzeigen, die jedoch bei größeren Auflösungen mitwachsen und einiges vom zusätzlichen Platz nutzen, der geboten wird. Da inzwischen jedoch viele Designer mit Mini-Flash-Dingern arbeiten; (z.B. beschränkte sich der eigentliche Seiteninhalt bei diedenker einige Zeit auf 380*550 inzwischen ist die Seite geändert, eine von ihnen erstellte Seite besteht nach wie vor nur aus Flash in etwa 670*350 groß und optimiert auf 1024*768); fürchte ich, wird von Seiten einiger Grafikdesigner das fixe Layout weiterhin bevorzugt angeboten. Damit konzentrieren sie sich fix auf den kleinsten den gemeinsamen Nenner und beschränken das Layout hierauf. Solche Layouts halten die Diskussion wach auf welche Auflösung man optimieren sollte. Meines Erachtens ist das unsinnig. Warum sollen alle Anwender das gleiche sehen, egal für welche Ausgabegröße sie sich entschieden haben. Ich selbst verwende standardmäßig eine größere Schriftart, es gibt jedoch viele Seiten bei denen ich damit nicht navigieren kann. Meine Meinung und die Philosophie von miradlo sind: Webseiten sollten so sein, dass sich die Anwender aussuchen, wie sie es möchten. Wer ohne Bilder surft, andere Schriftgrößen bevorzugt, einen größeren oder kleineren Monitor nutzt, Seitenleisten einblendet, eine Seite nur im Text-Browser benutzt... soll unabhängig davon, immernoch möglichst viele der Informationen einer Webseite nutzen können. Ich denke, dass es viele Anwender gibt, die das so sehen, Blogs bieten da gute Möglichkeiten, denn wie ich meinen RSS-Feed anschaue, darf ich mir als Anwender selbst aussuchen. Daher denke ich, es wird noch einige Zeit beide Philosophien geben:
  • die Philosophie mancher Grafikdesigner, die alle Abstände, Größen, Schriften kontrolliert, so wie es auf Papier möglich ist
  • aber andererseits auch die Philosophie, die von den Anhängern barrierearmer Seiten ausgeht, und möglichst viel den Anwendern überlässt.

Schriften

Korsti, der Initiator der Blogparade fragte: Größere Auswahl und auch Einsatz von Schriftarten, die beispielsweise Vista mit sich bringt? Wie sieht es mit dem Einbinden von Schriftarten mithilfe von Replacement-Techniken aus? Wie schon beim Thema Flash-Webseiten erwähnt, natürlich wären manchmal weitere Schriftarten wünschenswert. Immer mal wieder wünsche ich mir, dass es mehr system-übergreifend nutzbare Schriftarten gäbe, aber ich denke es wird auch 2008 nur wenige Schriften geben, die dabei einsetzbar sind. Für mich ist Vista kaum ein Grund mehr Schriften zu nutzen, denn damit gibt es nur ein weiteres System, welches einige Möglichkeiten bietet, die jedoch auf anderen Systemen nicht sichtbar sind. Ich nutze per CSS meist einige unterschiedliche Schriftarten, die dann gewährleisten, dass zumindest häufig wirklich eine Schrift angezeigt wird, die so aussieht, wie beabsichtigt. Replacement-Techniken sind aus meiner Sicht nur selten sinnvoll nutzbar. Für Logos und Überschriften sind sie hilfreich, bei allem anderen nutze ich das nicht, da mir veränderbare Schriftgrößen wichtiger sind, als eine schicke Schriftart. Ansonsten geht es noch mehr in die Richtung, die mich immer mal wieder ärgert: PDF Ich habe nichts gegen PDFs, für manche Zwecke sind sie praktisch und sinnvoll. Genervt bin ich jedoch regelmäßig dann, wenn ich auf Webseiten gerate, die gerade mal noch eine Startseite haben, alles andere sind halt PDFs. Für den Druck, zum Austausch von Dokumenten ein klasse Format, aber im Web sollten PDFs nur genutzt werden, um zusätzliche Informationen anzubieten, nicht als Inhalt von Webseiten.

Design

zu: Detailverliebt oder schlicht? Ähnlich wie die Entwicklung in der letzten Zeit schätze ich den Trend weiterhin zu eher schlichten Designs ein. Inzwischen haben viele Webauftritte ja nicht nur eine sehr umfangreiche Navigation, sondern viele zusätzliche Features, seien es Einbindungen von Videos, oder wie in Blogs zusätzliche Informationen von Blogroll, über Schlagwörter bis hin zu "Social Bookmarks". Damit wird das Gesamtbild bereits unruhig, damit ist es schwierig zusätzlich sehr detailverliebte Designs zu nutzen ohne dass das Gesamtbild leidet.

Soziale Aspekte

Gefragt war: Welche Rolle spielt der Leser/Besucher? So allmählich spielen Besucher immer stärker die Rolle, die ihnen zukommt, sie beeinflussen den Status eines Webauftritts, Blogs oder Wikis. Während es lange Zeit eher so war, dass nur die Domänen wichtig waren, also auch gut gelistet, die untereinander gut verlinkt waren; so beeinflussen inzwischen die Besucher durch ihre Social Bookmarks (ein feststehender Begriff der nur selten mit soziale Lesezeichen übersetzt wird) den Status einer Webseite ebenfalls. Insbesondere bei Blogs steigern Besucher den Wert eines Blogs durch ihre Kommentare und ebenfalls durch die Social Bookmarks. Stück für Stück entscheiden Besucher jetzt mit, ob eine Webseite oder ein Blog Erfolg hat. Ich denke, dass damit auf Dauer die Qualität besser wird.

Zukunft

zur Frage: Ganz neue Aspekte, die bisher gar nicht so im Vordergrund standen? Im Moment sehe ich gerade nichts Neues, von dem ich denke, dass es 2008 einen stärkeren Einfluss haben wird, als jetzt bereits sichtbar ist. Das Web ist insgesamt facettenreicher geworden durch neue Techniken und Möglichkeiten. Die ersten CMS (Content Managenment Systeme) sorgten dafür, dass es mehr Webseiten gab, die aktuelle Inhalte lieferten. Die Blogs sorgen dafür, dass auch tagesaktuelles ein Webthema nicht nur in den Nachrichten großer Webseiten ist. Wikis helfen vor allem bei Dokumentationen diese leichter immer auf dem aktuellen Stand zu halten. CSS ist meines Erachtens inzwischen in allen guten Webseiten selbstverständlich, die Letzten, die es noch für einen Hype halten, werden nachziehen. Ajax, Flash, Podcasts und ähnliche Techniken unterstützen den für den einzelnen Anwender bevorzugten Umgang mit Informationen. Ich persönlich ziehe meist Informationen in Textform vor, aber je nach Thema und Anwender bieten sich andere Techniken an, ich bin überzeugt, dass damit das Web immer informativer wird. Wenn in Zukunft jemand nach Informationen sucht und sich nicht nur aussuchen kann ob Text oder Bild, sondern auch ob Podcast oder Video, dann wäre doch allen geholfen.
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