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Mitbestimmung bei Google-Suchergebnissen : Such-Wiki

  • Screenshot Google Suchergebnisse ändern für angemeldete Nutzer per Klick
Stefan Münz schrieb vor kurzem im Webkompetenz-Forum, dass Google für angemeldete Benutzer jetzt die Möglichkeit bietet, Suchergebnisse umzusortieren. Das Such-Wiki (Google-SearchWiki) ist laut Google:
Mit SearchWiki (Google schreibt mal SearchWiki, mal Such-Wiki) können Sie die Ergebnisse der Google Websuche anpassen, indem Sie sie sortieren, entfernen und Einträge hinzufügen.
Nun gut, so weit so schön, das kann praktisch sein.
Ihre Anpassungen werden bei jeder Wiederholung der betreffenden Suchanfrage angewendet, solange Sie in Ihrem Google-Konto angemeldet sind oder bis Sie die Anpassungen rückgängig machen.
Hm, passt mir schon nicht so recht, ich melde mich immer ab.
Außerdem können Sie sehen, wie andere Nutzer eine beliebige Suchergebnisseite mit eigenen Einträgen und Änderungen angepasst haben.
Ich sehe von anderen, also sehen die ja auch von mir. Im ersten Moment war ich geschockt, denn beim Probieren kam die Frage, ob ich sicher sei, dass ich ändern wollte und:
"Beachten Sie, dass Ihre Such-Wiki-Einträge anderen Nutzern mit dem Alias Ihres Google-Kontos angezeigt werden."
Erst einmal klingelten bei mir alle Alarmglocken, denn der Login bei Google ist ja eine Mailadresse. Aber bei genauerem Lesen, las ich Alias, bislang brauchte ich das noch nie, aber gut, ich habe also mal einen Alias zum Testen angelegt. Da ich jetzt nur mal rumprobieren wollte, habe ich nicht blümchen813 genommen, was keine Rückschlüsse auf mich zulässt, sondern miradlo. Gut, ich kann also umsortieren und die Ergebnisse für mich anpassen. Einerseits ganz nett, andererseits auf Dauer betrachtet, möchte ich in drei Jahren zum Suchbegriff XY wirklich noch meine Anpassung? Wäre es dann nicht sinnvoller, wenn ich möglichst relevante Ergebnisse bekäme? Nun, ich denke es kommt auf die Nutzung an, für manche kann es schon sinnvoll sein, im ein oder anderen Fall, die eigenen Ergebnisse in anderer Version als von Google vorgeschlagen zu nutzen.
Stefan schreibt außerdem: Google wäre dumm, wenn es entsprechende User-Aktionen nicht im PageRanking berücksichtigen würde. Damit schlägt das 100-Milliarden- Dollar-Unternehmen (auch diese Zahl ist brandaktuell in den News) eine interessante Brücke zwischen klassischen, spider-basierten Suchmaschinen und neueren, durch social content sharing entstandene Suchmaschinen wie etwa delicious.com.
Klar den Vorteil für Google selbst sehe ich auch.
(...) Und da natürlich jeder sich selber pushen möchte, können Einzelaktionen von Usern sicherlich nicht gleich merklich den PageRank beeinflussen. Ich vermute mal, die Masse soll es machen. Wenn angenommen 100 User einen Treffer zu einem Ergebnis nach oben schieben und nur zwei nach unten, dann kann das als Trend gewertet werden, dass die meisten User diesen Treffer höher bewerten als es der Ranking- Algorithmus bislang tut. Wenn solche Ergebnisse automatisiert in den Ranking-Algorithmus mit einfließen, kann dieser sicherlich davon profitieren.
Ich denke auch hier hat er Recht, es werden sich nur Trends auswirken, die in hohem Maß angegeben werden. Zunächst werden viele Suchmaschinenoptimierer intensiv testen und sicher wird es Verschiebungen geben, bis Google sich wieder auf alles eingestellt hat.

Alles gut, alles moderner, Google-Ergebnisse beeinflussbar?

Von mir aus, bin altmodisch und paranoid, aber ich mag vom Testen jetzt mal abgesehen nicht die Google-Suche optimieren, mit der sie mein bestehendes Google-Profil dann noch besser schärfen können. Mehr zum Daten sammeln gibts heute auch im Artikel Online-Reputation auf uteles Blog. Ich sehe weder für mich selbst, noch für andere einzelne Nutzer einen ernstzunehmenden Vorteil. Ich habe meine Bedenken, selbst mit einem Alias, dass alle anderen Nutzer dann auch sehen, was ich verändert habe. Dem Giganten Google noch weiteren Vorsprung zu verschaffen gefällt mir nicht so recht. Mehr zu den Funktionen des Such-Wikis erklärt die Hilfeseite von Google.
tweetbackcheck