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Fotokalender basteln und drucken lassen unter Linux

  • Fotokalender erstellen unter Linux Kalenderdeckblatt in der Software
Fotogeschenke passen sicher nicht immer, doch es gibt immer mehr mögliche Varianten und zuweilen verschenke ich sowas gern. Schon einige Male wollte ich einen Fotokalender nur elektronisch entwerfen und nachher nicht selbst noch Fotos einkleben. Anfangs scheiterte es daran, dass nur wenige Fotoshops überhaupt eine Weboberfläche hatten, und somit auch mit Linux funktionierten. Viele Anbieter hatten nur Software für Windows mit der Fotos bestellt werden konnten.

Windows, Mac und Linux ≠ Linux :(

Einer der Anbieter, bei denen ich schon bestellt hatte, war deshalb meine erste Wahl. Wenn ich irgendwo zufrieden war, bleibe ich gern dabei und wechsle nicht ohne Grund. Begeistert sah ich bei fotobuchexpress24.de gab es sogar Kalender, die mit Windows, Mac und Linux bestellt werden könnten. So steht das inzwischen seit einigen Wochen auf der Webseite. Klickt man jedoch auf "Kalender bestellen" so gibt es nur zwei Links zur Software für Windows und Mac. Zunächst dachte ich, ich hätte was übersehen. Ich schaute bei anderen Artikel, da gab es durchaus auch Links zu Linux. Ich schrieb an den Anbieter und fragte nach, die Antwort kam umgehend:
"Leider ist die Linuxversion für die Gestaltungssoftware aktuell nicht verfügbar. Dies wird erst im neuen Jahr wieder möglich sein."
  • Fotokalender erstellen unter Linux Links die Vorschau der eigenen Bilder
Nun, das ist schade, aber kann passieren. Viele Angebote sind dort ja möglich, nur Kalender eben nicht, das ist ja schon deutlich mehr, als Aldi bis heute bietet. ;) Allerdings warum stand das auf der Website anders? Ich fragte nochmal explizit und darauf gab es seit Anfang Dezember keine Antwort mehr. Ich weiß ja, dass es nicht immer Angebote für alle Systeme gibt. Aber es ärgert mich, dass Wochen nachdem ich nachgefragt hatte, auf der Webseite immernoch steht, es gäbe Kalendersoftware für Linux und es stimmt nicht. :(

Fotogeschenke mit Linux

Noch immer wollte ich einen Kalender, ich befürchtete, dass selbst die bei denen es mit der Software klappen würde, nicht meinen Anforderungen entsprächen, aber das würde ich ja sehen. Ich hatte schon einmal einen Webshop gesehen, die es anboten auch ohne dass es Software für Linux braucht, aber die hatten nur Varianten fürs Kalendarium, die ich nicht wollte. Ein Kalender sollte immer lesbar sein und ich möchte die Hinweise auf die wichtigsten regionalen Feiertage drin stehen haben. Beim Suchen nach Fotogeschenken und Linux entdeckte ich eine Seite, die eine klasse Übersicht von Fotogeschenkanbietern mit Software für Mac und Linux bietet, sehr schön! :)
  • Fotokalender erstellen unter Linux Text auf dem Blatt und in der Textbox
Inzwischen war ich mal wieder spät dran mit meiner Idee und meinem Zieltermin. Ich sortierte aus einigen Anbietern alle aus, bei denen es nicht mehr für eine Lieferung vor Weihnachten reichen würde. Der ein oder andere Anbieter hatte eine für mich völlig unklar aufgebaute Seite, auch diese Anbieter sortierte ich aus. Es blieben nur zwei Anbieter, der eine Anbieter bot eine online-Version an, um einen Kalender zu bestellen. Die Software stürzte bereits mit den Testdaten des Anbieters zweimal mitsamt meinem Firefox ab. Es blieb nur noch ein Anbieter, ich ging schon davon aus, dass das wohl auch 2010 noch nichts wird. Probieren geht über studieren:  myphotobook.de erzählt was von problemlos und nur klicken, doch mittels diesem Link passierte bei mir nichts. Ein weiterer Link führt zu einer klassischen Installation, der Linkname verrät No-Flash-Installation, hier gab es den Hinweis, ich müsse Adobe Air installieren. Etwas misstrauisch probierte ich das aus, es tat sich wieder nichts. Beim Recherchieren anhand der Symptome wurde klar, es könnte am 64-bit-System liegen. Eine Anleitung die erklärte, was klappen könnte gab's bei Adobe, die führte jedoch zu einer Fehlermeldung, während die Anleitung auf ubuntuusers klappte. Als es keine Fehlermeldung bei Adobe Air mehr gab, lud ich noch die Fotobuch-Software auf den Rechner. Inzwischen war ich einigermaßen genervt, und befürchtete schon es sei alles umsonst gewesen, doch oh Wunder:

Kalender-Software funktioniert

Erstmal testete ich ganz vorsichtig, um zu sehen, ob das wieder zu einem Absturz führt, wie die online-Software, aber zunächst klappte alles. Mutiger geworden probierte ich noch ein bisschen mehr und wieder kein Absturz. :) Ich riskierte es mit häufigem Speichern und unterm Strich wäre das gar nicht nötig gewesen. Der gesamte Kalender mit seinen 13 Blättern vielen Fotos und Texten in unterschiedlichen Versionen ließ sich ohne Probleme erstellen. Hinzugefügt habe ich dem Kalendarium die Feiertage Baden-Württembergs, wichtige Tage wie die Fasnet in Konstanz und die Schulferien. Jedes Kalenderblatt bekam einen Spruch, ein Kalendarium und ein bis sechs Fotos. Ein paar Schönheitsfehler hat die Software, beispielsweise bei der Texteingabe. Ich wählte eine weiße Schrift auf dunklem Hintergrund. In der Textbox wird damit die Schriftfarbe auch umgestellt, aber nicht die Hintergrundfarbe, lesbar war die Schrift also nur, wenn ich sie markiert habe. Doch alles in allem war ich zufrieden. Ich hatte noch Bedenken, ob das fertige Ergebnis auch tatsächlich aussieht wie erhofft, doch auch diese Sorge war überflüssig, alles sah auch in gedruckter Version so aus, wie ich es geplant hatte. Das Erstellen des Kalenders dauerte schon einige Stunden, aber ich befasste mich tatsächlich mit dem Aussuchen von Bildern, ihren passenden Ausschnitten, dem Überlegen welche Zitate dazu passen und mit dem Übertragen der Termine. Größtenteils verstand ich die Bedienung "einfach so" da sie anderen Bildbearbeitungs- und Layoutprogrammen gleicht, bei ein paar Einstellungen war ich dankbar für die Hilfeseiten. Alles in allem hat es mir Spaß gemacht den Kalender zu erstellen, ich würde es wieder tun und war mit der Software zufrieden. Übrigens: nein, ich werde für diesen Artikel nicht bezahlt, ich schreibe darüber, weil es seit Jahren sonst immer schwer war, Linux und Fotosoftware zu verbinden. Ich nehme an, es gibt noch manche Linuxnutzer die es deshalb womöglich gar nicht mehr probieren und das wäre schade.
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