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FuCamp Session Blinde am PC

Eine der letzten Sessions (von 16:00 Uhr an) war am Samstag eine Information über Blinde am PC. Ich habe hier wieder Live gebloggt. Also ist dieser Text wieder ein bisschen wirr :) Markus Heuerung (muhh@byzero.de) hat uns vorgestellt, wie Blinde am PC arbeiten. Er ist Fachleher im Berufsförderungswerk Würzburg und bildet dort IT Berufe aus. Er stellte Screenreader, Braille und Sprachausgabe.

Screenreader

Screenreader lesen die Informationen vom Bildschirm aus und bereitet die Information für den Blinden vor. Ein System ist die Braille Zeile. Dabei handelt es sich um ein System dass die Information Zeile für Zeile dargestellt. Er gab uns ein Beispiel, wie die Braillschrift funktioniert. Eine weitere Möglichkeit ist die Sprachausgabe. Hier wird eine synthetische Sprache verwendet um den Text vorzulesen. Screenreader Produkte: Jaws , Virgo / Cobra, Windows Eyes, NVDA (Open Source). Webanywhere ist eine Möglichkeit für Webseiten. Weitere gibt es für Firefox usw.

Betriebssysteme

Linux (Ubuntu) kann von einem Blinden installiert werden. MAC OS ist auch schon länger definiert. In Windows sind diese Elemente erst am Kommen.

Demo

Er zeigte das Programm Jaws. Das Programm liest vor was im Moment alles auf dem Bildschirm vorhanden ist. Wenn der Fokus auf ein Programm geführt wird, wird der Name des Programms und der Inhalt der Darstellung vorgelesen. Beim Navigieren in einem Filebrowser wird vorgestellt, welche Dateien vorhanden sind und welche Tasten gedrückt wurden. Der Blinde wird somit über die Sprachausgabe über viele Elemente informiert.

Die aktuelle Zeile

Dort wo der Cursor steht ist die aktuelle Zeile. Bei einem Windows Fenster wird z.B. das aktuell selektierte Programm als aktuelle Zeile deklariert.

Noch ne Demo

Er verwendete Jaws um zu zeigen wie ein Blinder mit einem Word Programm arbeiten kann. Dabei hat er ein Word Dokument geöffnet und ein neues Dokument erstellt. Jaws las ihm dabei die einzelnen Buchstaben und die einzelnen Sätze vor.

Tipps zur Softwareentwicklung

  • Shortcuts
  • Symbolleisten Grafiksymbole müssen beschriftet werden (Altattribute nutzen)
  • Alles muss mit Tastatur vorhanden sein.
  • Links im Web grundsätzlich sinnvoll beschreiben (HIER ist ein blöder Link :) )
Access Keys sind nicht standardisiert. Dieses Problem kann man umgehen indem man Sprungmarken einfügt. Der Blinde lernt die unterschiedlichen Sprungmarken. Tastenkombinationen können z.B. ALT SHIFT 1 usw. gesteuert werden. Diese Tasten werden normalerweise von den Programmen nicht benutzt.

Hilfreiche Fehlermeldungen und plattformunabhängige Lösungen

Auf uteles Blog habe ich grad ganz ausführlich beschrieben, wie es geht zwei Jahre zu brauchen, um sich bei Elster Online zu registrieren. Aus meiner Sicht wurden bei der Idee von Elster von Anfang an gravierende Fehler gemacht. Der erste dicke Fehler war eine Windows-Software zu erstellen und auf die Idee zu kommen, verpflichtend elektronische Abgaben mancher Meldungen zu fordern. Ich verstehe ja, dass die Entscheidungsbefugten nicht wussten, dass es mehr als ein Betriebssystem gibt, wie es jedoch bei solch einem großen Projekt passieren kann, dass auch die Berater aus der IT nicht darauf aufmerksam machen ist mir schleierhaft. Nachdem das schief gegangen war, kam die Idee mit Elster Online und dieses Mal sollte es plattformunabhängig werden. Leider klappte das zunächst ebenso wenig, wie bei der normalen Elsterlösung, denn getestet worden war wohl wieder nur auf Windows. Ich musste zunächst einiges speziell anpassen, um wenigstens bis zum Registrierungsformular zu kommen.

Überflüssige Ärgernisse

  • Warum muss die Java Runtime das Original von Sun sein?
  • Wozu soll es gut sein, dass die Elster meint, sie wisse besser als die Nutzer in welcher Größe diese ihr Fenster haben möchten?
  • Was bitte soll ein System, indem nur bestimmte Eingaben zulässig sind?
    • 0-Eingaben sind nicht möglich [inzwischen steht bereits bei den Eingabehinweisen, dass 0-Werte nicht möglich sind]
    • die Zahlenwerte mussten ursprünglich mit Dezimalpunkt statt Komma eingegeben werden, jedoch ohne darauf hinzuweisen
    • gültig ist irgendein Bescheid des Finanzamts bei geänderten Bescheiden weiß niemand (weder die Hotline noch das örtliche Finanzamt) welcher Wert erwartet wird

Fehlermeldungen oder eben nicht

Falls die von Ihnen eingetragenen Berechtigungsdaten von den Daten der Finanzverwaltung abweichen, wird Ihnen kein Aktivierungs-Code zugestellt und Schritt 1 der Registrierung muss wiederholt werden. Aus Sicherheitsgründen wird in diesem Fall keine Fehlermeldung angezeigt.
Na bravo! Keine Fehlermeldung ist eine blendende Idee. Bei den ersten Versuchen führte das dazu, dass ich mindestens die zwei Wochen nach einem Versuch abwarten musste, bevor ich nachfragen konnte, ob es geklappt hatte. Inzwischen geht das per Mail innerhalb von zwei Tagen... ;-)

Fehlende Kompetenz des Supports

Inzwischen gibt es wohl auch bei den örtlichen Finanzämtern Menschen, denen jemand erklärt hat, wie die Software funktioniert, von der das Amt erwartet, dass in teils verpflichtend genutzt wird. Anfangs gab es das gar nicht, vom örtlichen Finanzamt bekam ich Hinweise wie:
Meine Registrierung habe einen Fehler bei der Sicherheitsfrage, daher könne ich gar keinen Postcode bekommen.
Die Sicherheitsfrage gibt man bei der Registrierung nur an, sie kann noch gar nicht falsch sein, weil nicht danach gefragt wird.
Es sei besser ich registriere mich nicht, weil sonst mein Rechner nicht kaputt gehen darf, da die Registrierung an den genutzten Rechner gebunden sei.
Es erschien mir sehr unwahrscheinlich, dass ein Zertifikat tatsächlich an die MAC-Adresse des Rechners gebunden sein könnte, aber wer weiß. Nun die Hotline erklärte mir, ich hätte komische Ideen. Nun ja, von mir war die Idee ja nun nicht... ;-)
Ich könne doch die CD bei ihnen abholen, wenn das Internet nicht geht.
Ich muss nicht erwähnen, dass ich der Dame gerade erklärt hatte, dass ich mich online registrieren muss, weil mein Betriebssystem nicht unterstützt wird, also ich habe kein Windows...

Benutzbare Software sollte benutzerfreundlich sein (Usability)

Klar weiß ich, dass es schwer ist, Software so zu erstellen, dass sie intuitiv und einfach zu nutzen ist. Es ist auch zusätzlicher Aufwand Fehlermeldungen zu erzeugen, die mehr aussagen als "Falsche Eingabe" zu vermelden, alle Eingaben zu löschen und es dem Nutzer zu überlassen, auszuprobieren, was nun wohl falsch war. Darüberhinaus wachsen kompetente Ansprechpartner nicht auf Bäumen, sie fallen auch nicht einfach so vom Himmel, sondern müssen halt geschult werden. Leider sind das all die Punkte, die Laien in diesem Gebiet zunächst nicht sehen. Wer nicht aus dem Fachgebiet der Softwareerstellung kommt, für den oder die ist es schwierig zwischen Softwareangebote zu unterscheiden, die an solche Kleinigkeiten denken oder eben nicht. Die Schwierigkeit taucht auch nicht nur bei solchen Großprojekten auf, sondern die gibt es heute auf fast jeder Website. Denn zumindest ein Kontaktformular gibt es fast immer, solange alles klappt oder keiner es testet, sehen Kontaktformulare recht identisch aus. Wenn man jedoch mal ausprobiert, was bei bewußten Falschangaben oder fehlenden Informationen so ausgegeben wird oder auch nicht, dann sind die Unterschiede riesig.

Kurz und gut IV

Was mir in letzter Zeit so auffiel, wie gewohnt gut gemischte Links quer durch's Web:
  • Wer ist schuld beim Kaufabbruch in Online-Shops? Die bösen Käufer oder könnte es doch mit der Qualität des Shops zu tun haben? Monika erzählt von ihren Shoperlebnissen... Usability? ;-)
  • Als Fan von nettem Spielkram begeistert mich die Idee eines wetterabhängigen Stylesheets, sprich die Optik ändert sich je nach Wetter, Tages- oder Jahreszeit, klasse Idee.
  • Browserumfrage nach Beliebtheit gewinnt dort der Firefox mit 60%
  • Bei Nerdcore gibts einen Bericht über eine Unternehmensseite, die weggeht von eigenen Inhalten und stattdessen andere Dienste, vor allem eine Twittersuche zum Unternehmensbegriff einbindet. An anderen Stellen der Seite wird ähnliches genutzt: statt Navigation Links zur Wikipedia, Hinweise auf youtube, Facebook und Flickr. Wie auch René schon schreibt, eine Idee die sicher nicht in jedem Fall funktioniert, hier jedoch bei einem Süßwarenhersteller und seinen Produkten eine prima Idee eine Seite mal ganz anders umzusetzen.
  • Wieviel ist die eigene Domain in $ wert? Ich würde es nicht unbedingt ernst nehmen, aber eine witzige Idee ist es schon, miradlo.net ist schon was wert: Domainwert fuer miradlo.net ;-) [Ich verrate jetzt nicht, dass diese Zahlen im Verhältnis zum Verkaufspreis von basicthinking rund siebzigmal höher sind...]

Benutzerfreundlichkeit : Stufenweise Webdesign verbessern : Projektmanagement

Fachbüchertipps für den IT-Bereich, fast hätte ich die Blogparade übersehen, dabei gibts hier doch sogar unsere Literaturliste. Carsten fragt nach den Lieblingsfachbüchern, egal aus welchem IT-Bereich. Gefragt ist nach bis zu drei Lieblingsbüchern. Nun gut also drei... ;-) Mir wären noch ein paar eingefallen, aber das sind die, von denen ich meine, wer sich mit einem der Themen befasst muss diese Bücher gelesen haben... Zwei der Bücher habe ich gefunden. ;-) Da gab's mal wieder so einen Tag mit einem Bummel durch große Buchhandlungen in irgendeiner großen Stadt. Empfehlenswert sind da hier in der Gegend Freiburg und Stuttgart, die haben schöne große Buchläden. Das andere Buch war ein Tipp von jemand, solche Bücher bestelle ich bei meiner örtlichen Buchhandlung, ich habe da sogar den Service es gebracht zu bekommen, der Vorteil, wenn eine gute Freundin dort arbeitet... :-)

Usability (Benutzerfreundlichkeit)

Gelesen habe ich die Ausgabe von mitp von 2002 des Autors Steve Krug: Don't make me think! Web Usability: Das intuitive Web Irgendwann einmal vorher hatte ich Nielsen gelesen, dessen Ausführungen zur Benutzerfreundlichkeit gut und korrekt sind, meist jedenfalls. Was ihm fehlt, ist dabei zu begeistern, zu faszinieren und bei aller Therorie auch zu unterhalten. Ähnlich ging es mir bei weiteren Autoren. Ganz anders dagegen Steve Krug, leicht, locker, nachvollziehbar und mit Spannung erklärt er, was das bedeutet: "Don't make me think!" schon nach den ersten Seiten wird klar, was er damit meint. Niemand soll überlegen müssen, sondern das Web muss einfach und intuitiv bedienbar sein. Mit Freude am Thema und Humor erklärt und zeigt er nicht nur worum es geht, sondern gibt auch Tipps, wie sich Webseiten testen und verbessern lassen. Für mich ist das die Pflicht- und Spaßlektüre für alle, die mit Websites zu tun haben.

Progressive Enhancement (stufenweise Verbesserung von Websites)

Gesehen - haben wollen - Preis gesehen - geschluckt - anderes angeschaut - gekauft! Schon die Optik, der erste Eindruck wenn man es in der Hand hat, klasse gemacht! Das Buch Transcending CSS - Neue kreative Spielräume im Webdesign von Molly Holzschlag udn Andy Clarke habe ich in der Ausgabe von Addison-Wesley 2007 gelesen. Ich konnte gar nicht anders das musste einfach mit. Trotz des recht hohen Preises habe ich es keinen Moment bereut. Das Buch ist nichts für die ersten Schritte mit CSS, es ist auch nichts für die reinen Praktiker. Ein bisschen Lust am Spielen mit den Möglichkeiten, die Webseiten bieten muss man mitbringen. Dann jedoch ein Traum und genau was die Kapitel versprechen:
  • entdecken (was hat Inhalt mit Markup zu tun)
  • Designprozess einfach und schnell (Prototypen erstellen und einsetzen)
  • inspirieren lassen (Wege und Quellen für Ideen)
  • Transzendenz (wie denn nun genau mit Beispielen und einem Blick in die Zukunft, stufenweise Verbesserung)
Nicht nur wunderschön, sondern ebenfalls hochinformativ, lasst es euch faszinieren.

Projektmanagement - Information mit Spaß daran

Schon mehrfach und immernoch fasziniert habe ich Tom DeMarcos Der Termin - Ein Roman ueber das Projektmanagement in der Ausgabe des Hanser-Verlags von 1997 gelesen. Aus einigen Vorlesungen, Skripten und anderen Büchern kannte ich das staubtrockene Thema, nötig aber nur in kleinen Mengen zu ertragen. Ganz anders ist es hier, wirklich wie ein Roman, von der Spannung her eher wie ein Krimi geht es um Projektmanagement in der Softwareentwicklung. Alle wesentlichen Phasen werden anhand von guten und schlechten Beispielen angesprochen ohne jemals den Spaß an der Geschichte und die Spannung zu vergessen. Stück für Stück entwickelt sich das Projekt und DeMarco nimmt einen mit klar nachvollziehbaren Schritten auf dem Weg mit. Wichtiges wird nach jedem Kapitel nochmals zusammengefasst und eignet sich auch zum Nachschlagen. Beispielsweise im Vergleich zu eher theoretischem Wissen, so lassen sich klare Beispiele mit den theoretischen Informationen prima verknüpfen. Ich habe es auch fürs Lernen vor Prüfungen aus diesem Themenbereich gerne genutzt. Ganz ohne IT-Know-how ist es wahrscheinlich nicht ganz so glasklar, wie genau und berechtigt jeder Schritt in diesem Buch die Mehrzahl der IT-Projekte beschreibt. Wer jedoch irgendwie mit IT zu tun hat, sollte sich mal Zeit nehmen um "Der Termin" zu lesen.
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