Webseiten-Relaunch Teil II
14. Oktober 2008 ute
Ich habe vor kurzem unter anderem den Relaunch des Südkuriers erwähnt. Nach einem Kommentar schaute ich mir das Ganze nochmal etwas genauer an:
- die aktuelle Seite des Südkuriers
- ein Bericht über den Südkurier mit einer Abbildung der alten Version gibts bei der Zeit
Validator zum Südkurier-Webauftritt
Wie leider viele Seiten, sind auch diese nicht valide, hier allerdings sehr sehr deutlich:
635 Errors, 188 warnings
Ein Blick in den Code:
<div class=”all”>
<div class=”content_container”>
<div class=”box1 head_schattenbox”>
<div class=”intro”>
<div class=”cell1″>
<div class=”cell2″>
<div class=”cell3″>
</div>
</div>
</div>
</div>
<div
class=”head_schattenbox_content_schatten_li”>
<div
class=”head_schattenbox_content_schatten_re”>
<div class=”head_schattenbox_content”>
<div class=”topnavi_container”>
<div class=”topnavi”>
Dieser Code zeigt überdeutlich, dass hier ein keineswegs durchdachtes Layout umgesetzt wurde, hier werden Tabellen imitiert, und dargestellt, die gar keinen Inhalt haben.
Sonstiges zum Code
Meines Erachtens wird im Web grundsätzlich viel häufiger JavaScript genutzt, als nötig und sinnvoll. Wenn es jedoch eingesetzt wird, dann wäre es sinnvoll es so zu nutzen, dass es für möglichst viele Besucher funktioniert, das heißt:
- onmouseover=”reset_timer();”
- Funktionen, die sich auf die Maus beziehen, wie in diesem Fall beim Südkurier, sind ausschließlich auf die Navigation per Maus bezogen
- onfocus
- Funktionen, die sich darauf beziehen, ob etwas im Fokus steht beziehen auch den über Tastatur entstehenden Fokus mit ein und sind daher von einer größeren Zahl Besuchenr nutzbar.
Verhältnis Quellcode zu relevantem Text
Es gibt einen Automat, der prüft wie das Verhältnis von Quellcode zu relevantem Text aussieht. Damit lässt sich die Ladezeit einer Seite verbessern, oft ist es Hinweis auf die Qualität des Codes. Generell ist bei Content-Managementsystem (CMS, Redaktionssystem) das Verhältnis immer schlechter, als bei handgeschriebenem Code, da einige Möglichkeiten berücksichtigt werden müssen, die nicht immer gebraucht werden. Auch WordPress ist ein solches System, bei dem das Verhältnis von Code zu Text nicht ganz optimal ist. Die Startseite dieses Blogs z.B. bringt folgendes Ergebnis:
http://www.miradlo.net/bloggt/
Gesamtgröße in Bytes: 78799 (ohne Bilder, Skripte, CSS, also nur der ausgegebene HTML-Code)
Anteil Text: 44138 Bytes
Prozentualer Textanteil am Code: 56.01 %
Bei von Hand geschriebenen Seiten ist der Anteil meist besser, ansonsten kommt es natürlich noch auf die Seite an. Ein einzelner Blogbeitrag hat einen schlechteren Wert als die Startseite, die sehr viel Text enthält, z.B:
http://www.miradlo.net/bloggt/tipps/webstandards-und-webseiten-relaunch hat nur noch einen Textanteil von 34.59 %
http://www.suedkurier.de/
Gesamtgröße in Bytes: 174531 (ohne Bilder, Skripte, CSS, also nur der ausgegebene HTML-Code)
Anteil Text: 18048 bytes
Prozentualer Textanteil am Code: 10.34 %
Ein so geringer Anteil spricht allerdings dafür, dass es deutliches Verbesserungspotenzial gibt.
Weiteres bezogen auf verschiedene Anwender
Es gibt noch immer einige Nutzer des Internet Explorers 6, dieser kann die Schriftgröße nur dann ändern, wenn sie nicht in Pixeln angegeben wird. Um auch Besuchern mit diesem Browser die Chance zu geben, die Schriftgröße anzupassen, sollte es die folgende Definition nicht geben:
- font-size:12px;
Diejenigen, die andere Browser nutzen, können die Schrift zwar vergrößern, sehr viel Lesbares bleibt jedoch nicht, denn einiges geht durch die fixen Definitionen der Gesamtbreite, bzw. der einzelnen Bereiche dann verloren und ist somit auch nicht lesbar, z.B. durch diese Definition der Gesamtseitenbreite:
- width: 855px;
Diese feste Breite ist sehr ungewöhnlich, denn wie schon Oliver in seinem Kommentar erwähnte, wer nur eine kleine Auflösung hat sieht nicht die ganze Seite.
Fazit Relaunch des Südkuriers
Aus meiner Sicht wirkt diese Neugestaltung alles andere als professionell. Schade auch, dass manches keinen Kommentar im hauseigenen Blogartikel wert ist. Nein, ich meine nicht, dass niemand den letzten Artikel kommentierte, das habe ich nicht erwartet.
Mein Hauptkritikpunkt steht in deren Blog auch als Kommentar, nämlich dass der regionale RSS-Feed nicht funktioniert. Dazu gab es keine Antwort, aber “welch ein Zufall” am nächsten Tag gabs wieder Nachrichten von dort…
Ich halte den RSS-Feed auf Seiten, die sich sonst kaum an Webstandards halten für besonders wichtig, denn sie ermöglichen einigen Besuchern die Informationen zu bekommen, selbst wenn die Webseite selbst für sie unzugänglich ist. Schade, dass auch der Südkurier nur die jeweiligen Anreißer der Artikel im Feed veröffentlicht.
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Der Beitrag wurde am Dienstag, den 14. Oktober 2008 um 00:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter krimskrams, web abgelegt.
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4 Reaktionen zu “Webseiten-Relaunch Teil II”
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1 Am 19. Oktober 2008 um 04:18 Uhr schrieb:
Dieter
Das Verhältnis Quellcode zu relevantem Text ist bei meiner Homepage sowie Startseite des Blogs leider nur zwischen 30 und 35%. Naja, nicht toll, aber immerhin doch noch deutlich besser als die Homepage des Südkuriers.
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2 Am 19. Oktober 2008 um 12:16 Uhr schrieb:
ute
Wie schon geschrieben, einzelne Beiträge in WordPress haben bei mir auch nur einen Anteil von 30-35%. Jedes CMS hat diesen Nachteil gegenüber handgeschriebenem Code, der pro Seite anpassbar ist.
Ein Kompromiss sind Lösungen, die zwar teilweise dynamisch sind, aber trotzdem pro Seite angepasst werden. Ich finde das sinnvoll, bei Webauftritten, die sich nicht so häufig ändern, z.B. unsere Unternehmensseite ist so erstellt, da habe ich dann ein Verhältnis von 43.87 %
Jedoch die 10% des Südkurier sprechen meines Erachtens eben nicht für die Qualität des genutzten Systems, bzw. für die Implementierung.
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3 Am 19. Oktober 2008 um 13:21 Uhr schrieb:
Dieter
Die Startseite meiner Website ist nicht mit einem CMS gemacht und hat trotzdem nur rd. 34% “relevanten” Text. Allerdings habe ich auch einen relativ umfangreichen Header und zusätzlichen Text für IE-Nutzer in einem Conditional Comment im Body, die sich wohl negativ auf die mit dem Automat ermittelte Textdichte auswirken.
Zwar greife ich manchmal auch mit der HTML-Ansicht des Editors in WordPress in die Formatierung ein, aber das versuche ich auf das Nötige zu begrenzen. Manchmal ändert in der visuellen Ansicht des Editors WP einfach den Code ungefragt und dann hat man unnötigerweise Darstellungsprobleme. Aber darüber hast Du hier ja auch schon geschrieben. Wollen wir mal hoffen, dass diese Probleme mit künftigen WP-Versionen behoben werden.
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4 Am 19. Oktober 2008 um 13:35 Uhr schrieb:
ute
Nun gut, diese IE-Aktionen kenne ich von manchen Kundenseiten auch, wenn es dafür spezielle Inhalte gibt, dann bläht es halt den Code auf.
Da hoffen ja alle Webentwickler, dass das alte Urgestein von 2001, der IE 6, irgendwann einmal das Zeitliche segnet und dieser Kram dann raus kann…
Zitat Dieter ↑:
Zwar greife ich manchmal auch mit der HTML-Ansicht des Editors in WordPress in die Formatierung ein (…)
Ja, an der “Selbständigkeit” des Editors lässt sich noch manches verbessern. Mir scheint die aktuelle Version ist da bereits besser, als noch 2.3, ich hatte jedoch noch keine Zeit für intensivere Tests.