Perfekte Testerin oder Ute, Horror für alle Entwickler
18. Februar 2009 ute
Hä, wie jetzt? Ja, genau das ist das Problem.
Einerseits ist es gut, wenn jemand wirklich jeden Fehler entdeckt und sei er auch noch so versteckt – perfekte Testerin.
Andererseits müssen Fehler auch korrigiert werden - deshalb Ute, der Alptraum aller Entwickler und Programmierer.
Windows, Elektronik und ich
Wie ich hier ja zuweilen schon erwähnt habe, nutze ich Windows nur, wenn es sein muss, also meist nur zum Testen. Dafür gibt es einen einfachen Grund, wir sind nicht kompatibel. Windows “merkt” wenn ich drangehe und zeigt dann jeden Fehler, den es bei anderen bis dahin nie hatte.
Nur Windows? Nö, auch bei allen anderen Systemen, Programmen oder so, einfach bei allem was irgendwie mit Elektronik funktioniert tauchen in meiner Gegenwart deutlich mehr Fehler auf, als bei anderen.
Dieses Phänomen ist schon immer so und zog sich auch immer durch. Im ersten Praxissemester lief nur mein Rechner mit identischer Hard- und Software nicht wie alle anderen. Manche Programme hatten Fehler, die ich durchaus reproduzieren konnte, die jedoch bis dahin nie bei jemandem auftauchten. In der FH konnte ich beispielsweise mit meinem Studikonto während des gesamten Studiums nicht wie alle anderen drucken. Wenn es elektronische Eingänge, Zugänge oder ähnliches gibt, tendieren sie dazu, immer dann auszufallen, wenn ich in der Nähe bin.
Informatikerin
Ja, einerseits ist es eine blöde Idee, dass ich genau diesen Bereich ausgesucht habe. Diese Anhäufung von Fehlern bei allem was irgendwie elektronisch ist, fiel nicht sonderlich auf, solange ich als Gärtnerin arbeitete, klar.
Es ist andererseits jedoch auch eine Fähigkeit. Meine Jungs und alle Entwickler, die je mit mir zu tun hatten, wissen, wenn ein Programm keinen Fehler mehr zeigt, nachdem ich dran war, dann ist die Chance, dass noch Fehler vorhanden sind, sehr gering. Wenn ich nichts mehr finde, dann kann man ziemlich beruhigt ausliefern.
Gute Tester sind nichts für schwache Nerven
Manchmal nervt es mich selbst, dass ich Fehler so leicht entdecke. Mancher Fehler fiel über lange Zeit niemandem auf, doch wenn er erst einmal bekannt ist, kann er nicht mehr ignoriert werden. Meine Jungs kennen es inzwischen schon und wissen, dass nachdem ich getestet habe, eigentlich immer nochmal irgendwas repariert werden muss. Fast schon peinlich war es mir dagegen in letzter Zeit bei zwei Plugin-Entwicklern.
- Bei Joern, der das Quote Comments Plugin schrieb, gab es mehrere Runden, in denen alle mit dem Ding zufrieden waren, nur ich fand Fehler. Inzwischen ist es im Grunde behoben, aber es war doch die ein oder andere Anfrage bis es passte. Im Grunde behoben, weil es nur klappt, wenn Link Indication nicht gleichzeitig aktiviert ist.
- Frank dessen copyfeed-Plugin viele nutzen, hatte seit längerem keine Änderung daran gemacht und es lief auch, sogar bei mir. Allerdings gab es Fehler in den Error-Logs des Servers, sobald etwas geändert wurde, ein Artikel oder ein Kommentar geschrieben wurden. Das Problem ist bei mir behoben, Frank hat mir mehrfach per Mail Updates geschickt, die auch irgendwann in seine nächste Version einfließen sollen.
An diesen Beispielen wird einer der Gründe deutlich, warum ich Fehler finde:
- ich teste immer mal wieder ob noch alles valide ist
- ich schaue ab und zu auch mal die Error-Logs
- ich schaue auch mal in Webmastertools bei Google
- ich probiere nicht nur eine Variante, z.B. bei den Kommentaren, sondern mehrere
- ich teste den Best-Case, aber auch den Worst-Case
- z.B. mal ausprobieren was die Suche macht, mit Begriffen, die ganz sicher im getesteten Blog vorkommen
- aber ebenso mal schauen, was passiert, mit Begriffen, die sicher nicht existieren
- ähnliches gilt für Tests von Seiten, klar teste ich wie ein neues Blog aussieht, ob die Einzelansicht passt, wie die Sucheseiten aussehen…
- und ebenso teste ich, kommt die Fehlerseite, wenn ich was falsches eingebe, sieht sie so aus, wie gedacht
Wer ernsthaft testet ist nicht schnell fertig. Es gehören einige Punkte dazu, manche mehr oder weniger wichtig. Die Kunst, um es in praktikablem Rahmen zu halten ist zu wissen, was man unbedingt immer testen muss und wo man auch mal weniger genau sein darf. Es geht um Grenztests, am Beispiel eines Blogs:
- jede Funktion (Artikel erstellen, Kommentare schreiben, Einstellungen anpassen) muss getestet werden
- ich nutze Blogs nur mit selbst erstellten Themes, da kenne ich schon einige Knackpunkte, bzw. kann manche vermeiden
- die Startseite testen, weil die z.B. nur die Artikel, aber keine Kommentare zeigt
- die Einzelansicht eines möglichst langen und eines kurzen Artikels testen
- die Seitenansicht bei statischen Seiten prüfen
- die Archivseiten testen
- die Sucheseiten
- bei Blogs, die ich betreue, habe ich immer:
- den Feed abonniert
- den Kommentarfeed abonniert
- das Mailabo
- mehrere Feedreader ausprobiert, z.B. meinen Liebling, den Akregator, aber auch die Feeds im Opera und im Google-Reader
- validieren der Startseite und mindestens einer Einzelansicht mit Kommentaren, sollten immer mal wieder auch zwischendurch zum Standard gehören
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Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 18. Februar 2009 um 00:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter WordPress, software, tipps abgelegt.
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Ich bin sehr dankbar für gute Tester wie dich, denn oft sieht oder bemerkt man den Fehler nicht mal, man ist ja quasi Betriebsblind und unter Zeitdruck.
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Danke für die Blumen.
Gerade der Punkt “betriebsblind” ist sehr wichtig, denn selbst wenn man sehr sorgfältig selbst testet, übersieht man mögliche Fehler, weil sie teils gar nicht erst entstehen.
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[...] schon an anderer Stelle erwähnt tauchen solche Fehler mit Vorliebe auf, wenn ich einen Rechner nutze. Manches wurde von den [...]